Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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ausſprechlich liebe, daß ich Sie ewig lieben werde! Antoinette, wollen Sie mein Herz annehmen? Wollen Sie mein Weib ſein?

Er breitete ihr ſeine Arme entgegen, und ſchaute ſie an mit einem ſtrahlenden Liebesblick. Die Königin ſah dieſen Blick und mit einem Schrei des Entzückens ſprang ſie empor und warf ſich an des Königs Bruſt. Er umſchlang ſie feſt mit ſeinen beiden Armen, und zum erſten Male brannten ſeine Lippen in einem glühenden Kuß der Liebe auf den ihren.

Meine Geliebte, mein Weib, flüſterte der König leiſe. Dich werde ich lieben, ſo lange ich lebe, und keine Gewalt der Erde ſoll Dich von meiner Seite trennen!

Marie Antoinette erwiederte nichts. Sie ſchlang nur Ihre beiden Arme um des Königs Hals, und ihr Haupt an ſeine Bruſt legend, weinte ſie vor ſeliger Luſt. Der König neigte ſich über ſie und küßte ihr duftiges Haar, und auch in ſeinen Augen ſtanden Thränen. Mit einem flehenden Blicke wandte er ſich jetzt zu Joſeph hin, der ſtumm und lächelnd ihnen zugeſchaut hatte.

Mein Bruder, ſagte der König ſanft, denn nicht wahr, jetzt darf ich Sie ſo nennen? Mein Bruder, vor ſieben Jahren haben die Prie⸗ ſter uns eingeſegnet, aber die Politik hatte unſere Ehe geſchloſſen. Heute ſind die ſieben ſchlimmen Jahre vorüber, und die guten ſollen beginnen. Heute vermählen wir uns zum zweitenmal, und diesmal iſt es die Liebe, welche unſere Ehe ſchließt. Geben Sie jetzt unſerm Bund Ihren Segen, mein Bruder, ſeien Sie der Prieſter, welcher ein glückliches Liebespaar vereinigt!

Der Kaiſer trat zu ihnen hin, und ſein Weſen war gehoben und feierlich. Mit einer großen Würde legte er ſeine beiden Hände auf die Häupter des Königs und der Königin. Ich ſegne Euch, mein Bru⸗ der, meine Schweſter, ſagte er mit vor Rührung zitternder Stimme, ſegne Euch zu dem Bunde der Liebe und der heiligen Ehe. Tragt miteinander die guten und die böſen Stunden! Liebt Euch, vertragt Euch, und vergebt Euch! Nichts darf Euch hinfort ſcheiden, als der Tod allein! Möge auch die Liebe nicht eher von Euch ſcheiden, als bis der Tod Euch ſcheidet! Und dies ſei mein Lebewohl! Bleibt ſo in