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fen hat. Ich ſchmachte nach ſeiner Gegenliebe, denn dann erſt werde ich mich fühlen als Königin! Alles, was ich thue, und was Sie, viel⸗ leicht mit Recht tadeln, alles dies geſchieht ja nur, um mein armes, krankes Herz zu betäuben. Ich ſtürze mich in Zerſtreuung, ich ſuche mein Herz anzuklammern an eine Freundin, um mich nur täuſchen zu können über meine troſtloſe Einſamkeit. Oh, glauben Sie mir, mein Bruder, Alles würde beſſer ſein, Alles wäre gut, wenn mich der Kö⸗ nig lieben könnte!
Alsdann, Marie Antoinette, wird Alles gut werden, rief eine helle Stimme hinter ihr, und als die Königin mit einem lauten Schrei ſich umwandte, ſah ſie da, in der geöffneten Thür, welche zu den Zimmern der Prinzeſſin Lamballe führte, den König, ihren Gemahl.
Ich war da, und ich hörte Alles! ſagte der König, indem er die Thüre hinter ſich zudrückte, und zu den Beiden hinſchritt. Mit einem ſchönen und heitern Lächeln, wie er es ihm lange nicht gezeigt, reichte er dem Kaiſer die Hand dar; Verzeihung, mein Bruder, daß ich wider Ihren Willen hieher komme. Aber laſſen Sie mich auch meinen Theil haben an dieſer ſchönen Stunde! Da unten in unſern vergoldeten Sälen hat der König von Ihnen Abſchied genommen, hier oben will Ihnen der Bruder den letzten Scheidekuß geben.
Der Bruder! ſagte Joſeph düſter. Sie ſagten, Sire, Sie hätten Alles gehört. Nun wohl, alsdann haben Sie auch gehört, wie meine Schweſter Marie Antoinette klagt und trauert über ihre Einſamkeit und Verlaſſenheit. Wenn Sie meine Schweſter nicht lieben und ihr kein Glück bereiten, ſo dürfen Sie Sich nicht meinen Bruder nennen, denn ſie allein iſt das Band, welches uns Beide verbindet. O ſehen Sie ſie an, Sire, ſehen Sie dieſes ſchöne, unſchuldige, junge Weib mit dem von Thränen bethaueten Angeſicht. Was that ſie Ihnen, daß Sie ſie nicht lieben können? Sie iſt reinen Herzens, und keine Schuld haftet an ihr. Ich ſage Ihnen das, ich, welcher mit ängſtlicher Ge⸗ nauigkeit, wie ein bezahlter Spion, ihrem Leben nachgeſpürt hat. Hätte ich ſie ſchuldig gefunden, bei Gott, ich wäre der Erſte geweſen, der ſie angeklagt und verurtheilt hätte. Aber Marie Antoinette iſt unſchuldig, und was ſie gefehlt hat, in Leichtſinn, das haben Sie allein verſchuldet,
Sire. Ihre Pflicht war es, das unerfahrene junge Weſen, das Ihnen


