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gebräuchliche Nothtaufe geben; im Begriff ſich nach der Kapelle zu be⸗ geben, ſank er auf der großen Treppe von Verſailles nieder, von einem Schlagfluß getroffen, der ſeinen Arm und ſeine Zunge lähmte.*)— Der Leibarzt des Dauphin’s hatte für den neugebornen Prinzen drei Ammen von Hunderten als die geſundeſten, kräftigſten und jüngſten ausgewählt. Aber zwei von ihnen ſtarben, nachdem ſie den Prinzen kaum acht Tage an ihren Brüſten genährt, und ſeine dritte Amme, die Madame Gulllotin, ward nach ſechs Wochen von den Pocken hinweg⸗ gerafft. Selbſt der leichtſinnige König Ludwig erſchrak vor dieſen bö⸗ ſen Anzeichen, und als man ihm den Tod der dritten Amme meldete, rief er: das ſind ſehr ſchlimme Vorbedeutungen! Und ich weiß nicht, weshalb ich dem Prinzen eigentlich den Titel eines Herzogs von Berry gegeben habe? Das iſt ein Name, welcher Unglück bringt!**)— Sie ſehen wohl, mein Herr, der Tod betrachtete den Prinzen immer noch als ſein Eigenthum, das Unglück ſchwebte über ihm, und es erfaßte mit ſeinen blutigen Krallen Diejenigen, welche den einſtigen König umgaben!
Aber das Leben und das Glück, welche mit dem Tod und dem Unglück einen ſo erbitterten Kampf über dem Haupte des Prinzen ge⸗ führt, haben doch, wie es ſcheint, den Sieg davon getragen, rief der Fremde. Der kleine Herzog von Berry hat längſt dieſen unheilvollen Namen abgelegt, er nennt ſich jetzt König, und trägt auf ſeinem Haupte die Krone Frankreichs!
Wiſſen Sie, was er ſagte, als er die Krone zum erſtenmal auf ſein Haupt ſetzte? fragte Rouſſeau ſinnend.
Nein, erzählen Sie es mir!
Es war zu Rheims am Tage ſeiner Krönung. Ludwig ſtand in mitten des hohen Chors der Cathedrale, und der Erzbiſchof von Rheims hatte ſoeben die Krone auf des Königs Haupt geſetzt. Der König legte ſeine Hand an die Krone und ſagte:„Sie thut mir wehl“— Nur einmal hatte ein König von Frankreich in dieſem feierlichen Mo⸗ ment ein Wort geſprochen, und dieſer König war Heinrich der Dritte
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5) Mémoires de Madame de Créqui. Vol. III. 179. **) Créqui. III, 180. 3


