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Haben auch Sie ſolche Zeichen und Andeutungen beobachtet? fragte der Fremde leiſe und faſt ängſtlich.
Rouſſeau wiegte leiſe ſinnend ſein Haupt. Ich habe ſie geſehen, ſagte er, und Jedermann, der nicht blind iſt, oder ſein Auge nicht ab⸗ ſichtlich ſchließen will, muß ſie ſehen. Das Schickſal hat das Leben dieſes unglücklichen Königs gezeichnet, und wieder und immer wieder hat es auf ihn mit drohendem Finger hingezeigt. Aber Niemand hat auf dieſe Warnung geachtet, damit das Wort des großen Griechen ſich erfülle, das geheimnißvoll fürchterliche Wort: Diejenigen, welche die Götter verderben wollen, ſtrafen ſie zuerſt mit Blindheit, auf daß ſie den Abgrund nicht bemerken, vor welchem ſie ſtehen!
Ich beſchwöre Sie, öffnen Sie meine Augen, laſſen Sie mich ſehen! rief der Fremde dringend. Was ſind das für Zeichen, Pon wel⸗ chen Sie reden? Was für böſe Omen, die Bezug haben auf König Ludwig, haben Sie bemerkt?
Nicht ich allein, Jedermann kennt dieſe böſen Omen, mein Herr! Sollten Sie allein nicht von ihnen gehört haben? Wiſſen Sie nicht, was Alles ſich zutrug ſchon bei der Geburt Ludwigs des Sechszehnten?
Nein, ich weiß nichts davon, und ich bitte Sie, ſagen Sie es mir!
Es iſt wenig in den Augen der Kurzſichtigen, viel in den Augen der Sehenden! Dieſer König ward nicht geboren, wie die Könige, ſeine Vorgänger es waren, und darum fürchte ich faſt, er wird nicht ſterben, wie ſie. Sonſt verſammelt ſich die königliche Familie in dem Zimmer der Königlichen Prinzeſſin, welche der Natur ihren Tribut abtragen und der Welt ihre heiligſte Pflicht erfüllen will, indem ſie ihr einen Bür⸗ ger gebiert. Sonſt werden die Kinder der Prinzeſſinnen geboren unter dem Segensruf der Könige, und das Haus Frankreich umſteht ſeine Wiege und giebt ihm die erſten Grüße. Die Danphine aber war ganz allein in Verſailles, als ihre Niederkunft ſie überraſchte, Niemand von der königlichen Familie war neben ihr; von Fremden umgeben gebar ſie den Sohn, und Fremde nahmen ihn in ihre Arme. Man ſandte einen Courier ab, um die Geburt des Prinzen in Paris zu verkünden; vor der Barridre von Paris ſtürzte er mit ſeinem Pferde und ſtarb auf der Stelle, und ſeine Botſchaft verhauchte auf den Lippen eines Sterbenden.— Der Abbé von Saujon ſollte dem Neugebornen die
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