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ſagte Joſeph mit einem ſanften Lächeln, indem er der Königin ſeine Hand darreichte, ich ſehe, daß Sie gleich ihm der Meinung ſind, daß die Weisheit ſehr läſtig und aufdringlich ſein kann. Vergeben Sie mir meine allzugroße Aufrichtigkeit, meine Schweſter, und laſſen Sie uns gute Freunde ſein, denn ich glaube, daß Sie der Freunde hier ſehr bedürfen!
Die Königin winkte Herrn von Augeard ſeine Entlaſſung zu, und als dieſer ſich zurückgezogen hatte, erhob ſie ſich, und trat dicht zu dem Kaiſer hin.
Sie ſehen es alſo auch, daß ich von Feinden umgeben bin? flüſterte ſie.
Ich ſehe es und fürchte für Sie, Antoinette, Ihre Feinde ſind mächtig, und Sie, Sie ſind ein wenig unbedacht.
Aber was iſt es denn, was man mir zum Vorwurfe macht? fragte die Königin ſchmerzlich. Was habe ich gethan, daß Sie mich tadeln müſſen?
Ich werde Ihnen das ein andermal und ausführlicher beantworten, ſagte Joſeph ernſt. Noch bin ich es nicht im Stande. Ich ſehe, daß es hier ſchwül iſt, und daß ein Gewitter in der Luft hängt, und bereit iſt, Ihren Himmel zu umdüſtern, aber ich weiß noch nicht, von welcher Seite es kommt, und ob der Haß Ihrer Feinde oder ihr Jugendüber⸗ muth allein es heraufbeſchworen hat. Sobald ich das ergründet habe, werde ich Sie um eine geheime Unterredung bitten, und nicht wahr, meine Schweſter, Sie erlauben es mir, daß ich vor meiner Abreiſe einmal recht offenherzig und vertraulich mich mit Ihnen ausſpreche, daß wir einmal wieder beiſammen ſind, nicht als Königin und Kaiſer, ſondern als zwei Geſchwiſter, welche ſich von ganzem Herzen lieben und Alles dazu thun möchten, um einander glücklich und zufrieden zu ſehen. Wollen Sie mir auch ſolches Zuſammenſein gewähren, An⸗ toinette?
Die Königin nickte ihm zu, und ihre großen Augen füllten ſich mit Thränen. Sie lehnte ihr Haupt an des Kaiſers Schulter und flüſterte: ach, mein Bruder, ich wollte, wir wären noch Kinder, und ſpielten im Garten zu Schönbrunn! Damals waren wir glücklich!


