Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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Der König neigte ſanft und gleichſam zuſtimmend ſein Haupt, ohne indeſſen ein Wort zu erwidern.

Schweigend gingen ſie wieder nebeneinander her, und der König, lebhaft wünſchend, dieſen Spaziergang beendigt zu ſehen, bog jetzt in eine Allee ein, welche ſie auf einem kürzern Wege wieder nach dem Schloſſe zurückführen mußte.— Dieſe Allee verlief ſich in einen offenen Baumgang, der unmittelbar neben dem Eiſengitter des Gartens ſich befand, und nach dem Vorhofe des Schloſſes ausmündete. Hier pflegte das Volk ſich aufzuſtellen, wenn es in der Neugierde ſeiner Liebe, ſei⸗ nen Fürſten zu ſehen und zu begrüßen wünſchte. Zu Anfang der Re⸗ gierung Ludwigs hatte das Volk zu ganzen Stunden da geſtanden, ſehnſuchtsvoll das Königspaar erwartend, welches hier in der un⸗ mittelbarſten Nähe vorübergehen mußte, und daher am beſten von Jedermann geſehen werden konnte.— Jetzt ſtand das Volk zu ganzen Schaaren hinter dem Gitter, jedesmal wenn der Kaiſer nach Verſailles kam. Es hatte heute Stundenlang geharrt, denn einige Glückliche und Bevorzugte hatten von den Schweizern in den Parkanlagen erfahren, daß der Kaiſer heute mit ſeinem Schwager, dem Könige, ſpazieren gehe, und man freute ſich ungemein des intereſſanten Anblicks, beide Fürſten nebeneinander zu ſehen.— Tauſende von blitzenden, neugierigen Augen, waren daher durch das Gitter auf das untere Ende dieſes Baumganges gerichtet, ſorgſam ſpähend nach den blitzenden Uniformen der Leibgar⸗ diſten, welche dem Könige bei ſeinen Spaziergängen vortraten!

Aber ſtatt der glänzenden Leibgardiſten ſah man da jetzt zwei ein⸗ fache, ſchlichte Geſtalten den Gang heraufſchreiten, und in einiger Ent⸗ fernung hinter ihnen eine Menge Herren mit geſtickten Gewändern und blitzenden Ordenskreuzen.

Wer konnten dieſe beiden einfachen Herren ſein, welche den Hof⸗ cavalieren voranſchritten? Unmöglich der Kaiſer, unmöglich der König! Denn der König kam immer erſt hinter ſeinen Leibgardiſten, und da fehlten auch die hundert Schweizer, welche ſonſt allemal hinter den Cavalieren des Königs einherſchritten.

Es iſt aber doch der Kaiſer, rief Einer aus der Menge, welchem es gelungen war, ſich dicht an das Gitter vorzudrängen. Ja, es iſt

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