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Schweigen zu enden, und die Unterhaltung mit Joſeph, welcher ſein Gaſt und dem er daher doch einige Rückſichten ſchuldig war, wieder anzuknüpfen.
Haben Sie ſchon beſchloſſen, wie Sie heute Ihren Abend ver⸗ wenden wollen, mein Bruder, fragte er daher nach einer langen Pauſe.
Nein! ſagte Joſeph kurz.
Es wäre ſchön, wenn Sie einmal, ſtatt wie Sie pflegen, in's Theater zu gehen, bei uns Ihren Abend zubrächten, fuhr der König fort. Die Königin würde ſehr glücklich ſein, wenn Sie ihr die Freude bereiteten, und heute Abend dem petit jeu in ihren Gemächern beiwohnen, und Theil nehmen wollten an ihrem Spiel.
Nein, ſagte Joſeph rauh, nein, ich ſpiele niemals, denn ein Fürſt, wenn er beim Spiele verliert, verliert von dem Gelde ſeiner Unterthanen.*)
Nun, wenn Sie das Spiel nicht lieben, ſagte Ludwig gelaſſen, ſo werden wir uns ein anderes, Ihnen mehr zuſagendes Vergnügen auswählen! Es iſt heute ein gar ſchöner Tag, und wenn es Ihnen gefällig iſt, ſollten wir eine kleine Jagdpartie nach den Wäldern von Meudon unternehmen. Sie ſind doch ein Liebhaber der Jagd?
Nein, das bin ich nicht, rief Joſeph unmuthig. Die Jagd iſt eine Beluſtigung, welche ſich die Fürſten ſo ſelten als möglich erlauben ſoll⸗ ten, denn ſie fördert nicht das⸗ Wohl der Unterthanen, ſondern iſt ihm ſchädlich, weil ſie das Gemüth zerſtrent, und Gelegenheit giebt, ernſthaftere Beſchäftigungen zu vernachläſſigen.**)
Oh, rief König Ludwig, deſſen Langmuth von den rauhen Ant⸗ worten des Kaiſers erſchöpft ſchien, Sie wollen alſo durchaus Ihrem früheren Feinde, dem Könige von Preußen nachahmen, der ſchon vor zwanzig Jahren gleich Ihnen gegen das Spiel und die Jagd moraliſirt hat!
Schnelle Röthe flog über das Antlitz des Kaiſers hin, und einen Moment blitzten ſeine Augen wie im Zorn. Sire, ich erlaube mir Ihnen zu bemerken, daß ich Niemand nachahme, ſagte er heftig, und daß ich ſehr entſchloſſen bin, meine eigene Straße zu gehen!
*) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe: Hübner, Thl. I. S. 151. ***) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe: Hübner, Thl. I. S. 152.


