Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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werde es in der Tiefe meines Herzens begraben und Niemand auch nur eine Andeutung Ihrer großen und wichtigen Pläne geben.

Der Kaiſer warf einen ſcharfen und düſtern Blick auf ſeinen Schwa⸗ ger Ludwig. Er fand, daß die Worte, in welche er ſeine Verſicherun⸗ gen einer völligen Verſchwiegenheit einkleidete, etwas ſeltſam gewählt waren; es ſchien ihn wenig zu befriedigen, daß Ludwig ihn verſicherte, Alles, was der Kaiſer geſagt habe, ſei eben ſo gut, als wenn es nicht geſagt worden.

Und Sie werden meinen Plänen beiſtimmen, und ſie fördern? fragte der Kaiſer raſch.

Dieſe ſo directe und unumwundene Frage machte den König ver⸗ legen, und verſtimmte ihn daher nur noch mehr. Sie fragen, mein Bruder, ſagte er mit einem erzwungenen Lächeln, Sie fragen ſo drin⸗ gend, als ob es ſich in dieſer Stunde ſchon um die Entſcheidung Ihrer Pläne handelte. Meines Wiſſens aber iſt der Churfürſt von Baiern noch ganz geſund und rüſtig, und da er durchaus noch kein alter Mann iſt, ſo ſteht zu hoffen, daß er noch viele Jahre leben und regieren kann. Warten wir es alſo ab, überlaſſen wir der Zukunft, was ihr angehört, und beſchäftigen wir uns ein wenig mit der Gegenwart! Und ſehen Sie nur, wie ſchön dieſe Gegenwart iſt! Sie hatten ganz recht, mein Bruder, die Natur in ihrer Herrlichkeit und Größe überragt gar ſehr unſer bischen Erdenherrlichkeit, und alle meine Schweizer und Gar⸗ diſten ſind nicht ſo ſtolz und majeſtätiſch, wie hier die Pinien dieſer Allee, welche hoch und ſtolz da in Reih und Glied vor uns ſtehen, als wollten ſie vor uns ſalutiren, und uns ihre Ehrenbezeugungen dar⸗ bringen.

Der Kaiſer erwiederte nichts, und eine finſtere Wolke lagerte auf ſeiner Stirn. Er fühlte ſehr wohl die Abſicht des Königs, der Un⸗ terhaltung eine andere Wendung zu geben, und das Feld der Politik zu verlaſſen; grade dieſe Abſicht gab ihm zu denken, und war ein Be⸗ weis von der Abneigung und dem Uebelwollen des Königs.

Schweigend gingen ſie eine Zeitlang neben einander her, und ſchweigend, oder nur leiſe miteinander flüſternd, folgten ihnen die Ca⸗ valiere.

Indeſſen empfand Ludwig doch bald die Nothwendigkeit dieſes

Schw Gaſt anzuk

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