Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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und uns glaubte mir nicht. Er ſprang mit Einem Satz aus dem Wagen, und das eine mit luſtigen Sprüngen nebenher laufend, ſchrie er höhniſch lachend aus Lehre zu Leibeskräften: Oh, eh, ſchaut's den an, ſchaut's den an, Der will der ſeres ſind, Kaiſer ſein!*)

Wahrheit Der König war, als Joſeph ſeine kleine Erzählung begann, ſtehen t ſie ſteht geblieben, vielleicht um ſeinen Cavalieren, welche dadurch die Erlaubniß „ſondern erhielten, ſich ihm mehr zu nähern, die Gelegenheit zu geben, der Ge⸗ nd in un⸗ ſchichte des Kaiſers zuzuhören.— Indeſſen hatte Ludwig der ganzen dieſe Lehre Erzählung des Kaiſers mit dem tiefſten Ernſt, und ohne auch nur ein⸗ gen Schu⸗ mal die Miene zu verziehen, zugehört, und da der König nicht lachte,

folgten natürlich auch die Cavaliere ſeinem Beiſpiel. Als Joſeph daher ſchwieg und mit lachendem Antlitz im Kreiſe ſeiner Zuhörer umherſchaute, venn der begegnete er überall nur ernſthaften Geſichtern und feierlichen Mienen. Oeſter⸗ Und Ew. Majeſtät fanden Gefallen an dieſen Lazzi des luſtigen ärde be und frechen Schuſterbuben? fragte der König nach einer langen Pauſe. Ich verſichere Ew. Majeſtät, daß ſie mich beſſer amüſirten und mir mehr zu denken gaben, als die blumigſten Redensarten und die widerliche Unterthänigkeit meiner Höflinge, ſagte Joſeph mit einem ſcharfen Blick auf die Cavaliere, deren ernſthafte Geſichter ſofort einen

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och ſand noch düſterern Ausdruck annahmen.— ein, mi Laſſen Sie uns weiter gehen, wenn es Ihnen gefällig iſt, mein Er nahm Bruder, ſagte der König haſtig, indem er vorwärts ſchritt. Der Kai⸗ brou⸗ ſer folgte ſeinem Beiſpiel und ging eine Zeitlang ſchweigend neben Lud⸗ 4 wig her. Dieſes Schweigen naches de König befangen, und er über⸗

„Maßen,

iit dem legte eben, welches wohl ein geeigneter Gegenſtand zur Anknüpfung der mit den

Unterhaltung ſein möchte, als Joſeph lebhaft und mit gedämpfter Stimme

3 bii ſagte: mein Bruder, wir ſind jetzt allein, der Zufall ſcheint mir dieſe 1 m ſine, Gelegenheit geſandt zu haben, um mich einmal frei und ohne Zeugen 8 4 bl mit Ihnen ausſprechen zu dürfen, und ich will es. Ich frage Sie ich wet alſo, Sire, warum haſſen Sie mich? ni 6 Aber mein Bruder, rief Ludwig erſtaunt, wer hat es gewagt, lter Ju Ihnen zu ſagen— l 8*) Characterzüge, Memorabilien und hiſtoriſche Anecdoten vom Kaiſer 1 1s u Joſeph und ſeine Zeit. S. 105. 1 der 1 *—