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die vor Ueberraſchung verſteinerte Geſellſchaft zu bringen ſchien. Her⸗ ren und Damen, Greiſe und Kinder, Alle folgten ſie dem Beiſpiel ihres Wirthes und beugten ihre Kniee. 4
Herr Kaiſer, rief Etienne mit zitternder Stimme, und Thränen in den Augen, Sie haben meinem Hauſe heute köſtliche Ehre wider⸗ fahren laſſen, und meinen Erſtgebornen unſterblich gemacht. Denn noch nach Jahrhunderten werden die Menſchen von der heutigen Stunde ſprechen, und ſie wird eingetragen werden in die Bücher der Geſchichte als ein glorwürdiges Beiſpiel von der Leutſeligkeit und Güte Eurer Majeſtät. Mein Sohn iſt ein Franzoſe, aber er ſoll doch auch in ſeinem Herzen ein Deutſcher werden, wie unſere ſchöne und gute Königin eine Deutſche iſt, und doch eine Franzöſin geworden iſt. Es lebe unſere ſchöne erhabene Königin Marie Antoinette, es lebe ihr Bruder, der Kaiſer Joſeph der Zweite!
Die ganze Geſellſchaft ſtimmte jubelnd ein, und weckte mit dieſem lauten Liebesgruß Madame Etienne aus ihrer Ohnmacht. Sie ſchlug die Augen auf, und ihre wirren Augen ſuchten den erhabenen Gaſt.— Der Kaiſer ſchien dieſen Moment ihres Erwachens nur erwartet zu haben, denn er eilte ſogleich zu ihr hin, und als ſie zu ſeinen Füßen niederſinken wollte, drückte er ſie mit ſanfter Gewalt wieder in ihren Lehnſtuhl nieder.
Unter Gevattersleuten darf man kein Ceremoniell beobachten, ſagte er lächelnd, aber ſie müſſen ſich, ſo viel ſie können, untereinander ge⸗ fällig ſein. Wollen Sie mir alſo einen Gefallen erzeigen, Frau Ge⸗ vatterin?
Sire, gebieten Sie über mich! Mein ganzes Leben ſteht zu Ihren Dienſten!
Ach, Frau Gevatterin, was würde dazu wohl mein kleiner Pathe fagen? Er bedarf Ihrer, und ich bitte Sie, ihm recht viel Liebe und Sorgfalt zu weihen. Sie haben mir verſprochen, mir einen Gefallen zu erzeigen, fuhr der Kaiſer fort, indem er eine goldene, mit Brillanten beſetzte Tabatiere aus ſeinem Buſen hervorzog, ich erſuche Sie alſo, dieſes kleine Andenken von mir anzunehmen. Es iſt mein Bildniß auf dieſer Tabatiere, und da, wie man mir geſagt hat, ſelbſt die ſchönſten Franzöſinnen ſchnupfen, ſo werden auch Sie vielleicht zuweilen aus


