Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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zu und forderte ſie auf, ihm ihren Namen, Stand und Character zu nennen, damit er ſie verzeichne in dem Kirchenbuche.

Ihr Name alſo, mein Herr! wandte er ſich an den Fremden. Aller Augen richteten ſich auf ihn hin, Aller Mienen drückten eine erwartungsvolle Spannung aus; Madame Etienne fühlte ihr Herz wie einen Hammer in ihrem Buſen klopfen, und meinte ſchon das prächtige Wort„Graf“ von den Lippen des Fremden zu vernehmen.

Ihr Name, mein Herr? wiederholte der Pfarrer.

Joſeph, ſagte der Fremde lächelnd.

Joſeph, wiederholte der Pfarrer bedächtig. Joſeph— aber der Zuname, wenn ich bitten darf!

Nun, ich dächte, Joſeph wäre genügend, ſagte der Fremde etwas ungeduldig.

Nein, mein Herr, es genügt nicht. Der Zuname alſo, wenn ich bitten darf!

Nun denn, Joſeph der Zweite!

Der Zweite? fragte der Pfarrer mit einem mißtrauiſchen Blick auf den Fremden. Der Zweite? Das iſt Ihr Zuname?

Ja, der Zweite, das iſt mein Zuname!

Eh bien, meinetwegen! ſagte der Pfarrer achſelzuckend. Joſeph der Zweite. Aber nun Ihr Character,— um Verzeihung, mein Herr, was ſind Sie?

Der Fremde blickte faſt verlegen vor ſich nieder und ſchwieg.

Ich wiederhole meine Frage, ſagte der Geiſtliche freundlich, was ſind Sie, mein Herr?

Kaiſer von Oeſterreich! ſagte der Fremde lächelnd.

Ein einziger Schrei des Staunens, des Schreckens, der Freude und Ueberraſchung tönte von Aller Lippen. Der Pfarrer ließ vor Er⸗ ſtaunen den Bleiſtift, mit dem er den„Character“ des Taufzeugen in ſein Kirchenbuch hatte einzeichnen wollen, zur Erde fallen, und ſtarrte den Kaiſer verwirrt an, Madame Etienne war ohnmächtig vor Ent⸗ zücken in ihren Lehnſtuhl zurückgeſunken, Herr Etienne aber achtete gar nicht auf ſie, ſondern zu der Amme hinſtürzend, entriß er ihr das Kind, und ließ ſich mit demſelben vor dem Kaiſer auf ſeine Kniee nieder. Das war das Zeichen, welches wieder Leben und Bewegung in