Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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dritter Wagen mit Gäſten rollte heran.— Der Poſtmeiſter ſtand ver⸗ wirrt und bleich noch immer neben dem Wagen der fremden Herren.

Meine Herren, ſagte er endlich mit haſtiger Stimme und entſchloſ⸗ ſenem Ton, ich beſchwöre Sie, haben Sie Nachſicht und Erbarmen mit mir. Wollen Sie heute nicht hier verweilen, wollen Sie kein Gaſtzimmer und kein Diner begehren! Geſtatten Sie vielmehr, daß der Poſtillon, der Sie hierher gebracht, Sie mit ſeinen Pferden ſche zur nächſten Station weiter fahre!

Das iſt unmöglich, Herr Poſtmeiſter, ſagte der Poſtillon, welcher die lauten, ängſtlichen Worte Etienne's gehört hatte, und jetzt eilig vom Bock herunterſprang, um ſofort die Pferde abzuſpannen. Das iſt ganz unmöglich, Herr Etienne. Meine Pferde machen heute ſchon die vierte Tour und ſind ermüdet. Ich laſſe ſie keinen Schritt mehr gehen.

Und weshalb wollen Sie uns keine Aufnahme geſtatten, fragte der Fremde, da Sie doch die Herren und Damen jener Wagen dort ganz ungehindert in Ihr Haus eintreten laſſen?

Das iſt, das macht, ſtotterte Herr Etienne, und ſich dann plötz⸗ lich zu einem verzweifelten Entſchluß aufraffend, fragte er: mein Herr, ſind Sie Vater?

Eine leichte Wolke flog über die hohe Stirn des Fremden hin, und der Glanz ſeiner blauen Augen umdüſterte ſich für einen Moment.

Ich war Vater, ſagte er. Aber was ſoll dieſe Frage?

Nun, wenn Sie Vater waren, ſagte Etienne entſchloſſen, ſo werden Sie die Gefühle eines Vaters verſtehen, der Ihnen ſagt, daß er heute das herrliche und erhabene Feſt der Kindtaufe ſeines Erſtgeborenen feiert.

Ach, Sie feiern Kindtaufe, mein Herr, rief der Fremde heiter. Dieſe Herren und Damen alſo—

Sind meine Gäſte, unterbrach ihn Herr Etienne gewichtig.

Und der Pfarrer, der da eben in das Haus einſchreitet, ſoll Ihren kleinen Heiden in einen guten katholiſchen Chriſten verwandeln, nicht wahr?

So iſt es, mein Herr, und Sie begreifen deshalb, daß ich in dieſem Augenblicke weniger an die Pflichten meines Amtes, als an di esſSten meiner Vaterſchaft denke, daß— 1