Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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prüfenden Blicken und ſah, daß ſie gut waren. Der Sonnenſchein auf ſeinem Geſicht vergrößerte ſich und mit einer Miene vollſtändiger Zu⸗ friedenheit kehrte er in den Speiſeſaal zurück, den er raſch durchwan⸗ derte, um in das daneben befindliche Zimmer einzutreten. In dieſem Zimmer, offenbar dem eleganteſten und ſchönſten des ganzen Hauſes, und daher auch von Herrſchaft und Dienſtperſonal das Putzzimmer ge⸗ nannt, befand ſich eine junge Frau, deren bleiches, ſchmachtendes An⸗ ſehen, deren hübſche Toilette, auch ohne die mit Blumen geſchmückte Wiege mit dem ſchlummernden Kinde darin und der geputzten, hochbuſigen Bäuerin daneben, die Bedeutung des Feſtes verrathen hätte, das Herr Etienne, der würdige Poſtmeiſter von Vitry, heut zu feiern gedachte.

Athanaſia, meine Göttin, ſagte Herr Etienne, indem er ſich auf den Spitzen ſeiner Zehen dem Divan näherte, auf welchem ſeine junge Gemahlin in ſchönſter, graciöſeſter Haltung lehnte, ich erlaube mir, mich vor allen Dingen nach Deinem Befinden zu erkundigen.

Sie reichte ihm mit einem ſchmachtenden Blick ihre ſchlanke, blaſſe Hand hin und ſagte mit leiſer, flötender Stimme: der Doctor ſagt ja, es ginge den Umſtänden nach gut, und bei ſorgfältiger Pflege und zarter Schonung würde ich wohl hoffen dürfen, in einigen Wochen wieder her⸗ geſtellt zu ſein und die Oberleitung meines Hausweſens ſelbſt über⸗ nehmen zu können.

Herr Etienne machte ein etwas bedenkliches Geſicht und zog die ſchwarzen, glänzenden Augenbrauen hoch empor bis an das Ende ſeiner ſchmalen Stirn. Der Docctor iſt wirklich ein etwas ängſtlicher Herr, ſagte er, der meine ſchöne, junge Frau für ſchwächer hält, als ſie wirk⸗ lich iſt. Unſer kleiner Engel da in der Wiege iſt ja ſchon drei Wochen

alt und wird nächſtens Anſtalt machen, auf ſeinen eigenen Füßen zu techtete,h

haben. Doctor iſt keineswegs zu ängſtlich, ſagte die junge Frau ſcharf.

ſervirogr kann als Arzt und Gelehrter die Leiden und die Schwäche „Einern Mutter ermeſſen, und er allein hat, wie es ſcheint, Mit düſterg eid Irſelben und wünſcht ſie zu ſchonen.

Prr Gott, mein Schatz, Niemand hat mehr Mitleid mit Dir und It mehr, Dich zu ſchonen, als ich, rief ihr Gatte angſtvoll. Er⸗ Thdich, ſo lange es nothwendig iſt und ſo lange der Doctor es

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