Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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Und die Kaiſerin wird Sie dafür mit einem Fürſtentitel belohnen, rief Leonore mit einem rauhen Lachen. Gehen Sie nur, Sie ſind ſelbſt meines Zornes nicht werth! Aber Sie ſollen dieſe Stunde be⸗ reuen! Gehen Sie!

Graf Eſterhazy wagte es nicht noch einmal, ihrem Befehl zu wi⸗ derſtehen, denn er ſah, wie ihre Wangen im Zorn ſich zu röthen be⸗ gannen, wie ihre Blicke ihm drohten.

Mit einem tiefen Seufzer verneigte er ſich vor ihr, und verließ den Salon.

Leonore ſchaute ihm nach, und als die Thür ſich hinter ihm ſchloß, drang es wie ein Todesächzen aus ihrer Bruſt hervor.

Der letzte Strohhalm, an welchen ich mich anklammern wollte, um nicht zu verſinken, murmelte ſie leiſe vor ſich hin, auch der entzieht ſich meinen Händen, und ich muß zu Grunde gehen!

Sie neigte ihr Haupt auf ihre Bruſt, und wieder floſſen zwei Thränen über ihre Wangen nieder. Aber ſie ſchüttelte ſie mit einer ſtolzen Kopfbewegung fort. Jetzt iſt es nicht mehr Zeit zu weinen, ſondern zu handeln! ſagte ſie energiſch. So geſchehe denn, was nicht mehr abzuwenden iſt! Die Stunde iſt gekommen! Er wartet auf mich!

II. Die Flucht.

Mit haſtigen Schritten durcheilte Gräfin Leonore die Säle und trat in ihr Kabinet ein. Die Thür deſſelben verſchloß ſie ſorgfältig hinter ſich, und dann den Raum durchſchreitend, trat ſie da drüben zu dem großen Bilde hin, das an der Wand hing, und deſſen breiter Rahmen mit geſchnitzten, goldenen Roſen verziert war. Sie legte die Hand auf eine dieſer Roſen und drückte ſie nieder. Ein leiſes Knar⸗ ren, wie wenn eine Maſchinerie ſich bewegt, ließ ſich vernehmen. Leo⸗ nore drückte noch einmal, noch ſtärker an der Roſe und trat dann zu⸗ rück. Das Knarren wiederholte ſich, daß große Bild ſchien zu erzit⸗

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