uns geſchändet wird, daß er in unſere Scheidung willige, und uns frei mache!
Unmöglich! rief der Graf. Die Kaiſetin würde das für eine Be⸗ leidigung ihrer Majeſtät, für eine Verletzung der ihr ſchuldigen Ehr⸗ furcht halten, ſie würde es uns nie verzeihen, von einer andern Hand das angenommen zu haben, was ihre kaiſerliche Hand uns glaubte ver⸗ weigern zu müſſen. Nein, das iſt unmöglich, denn die Ungnade der Kaiſerin würde unvermeidlich ſein!
Oh, über dieſe ſervilen Herzen, welchen die Sonne der Fürſten⸗ gunſt Alles erſetzt, ſelbſt ihre Ehre und ihr Glück! rief Leonore mit einem ſchneidenden, kalten Lachen. Was hat Ihnen denn die Gunſt der Kaiſerin eingebracht? Was anders als Elend und Jammer, denn dieſer Gunſt verdanken Sie die Schmach Ihrer letzten vier Jahre, und die Ketten, welche uns Beide gefeſſelt halten!
Ich kann dieſer Gunſt nicht entbehren, ſie iſt ein ſchönes Vorrecht unſerer Familie, rief der Graf, deſſen ſanftes Antlitz plötzlich aufleuch⸗ tete in Stolz. Seit Jahrhunderten ſind die Kaiſer von Oeſterreich den Grafen Eſterhazy gnädig geweſen, ſeit Jahrhunderten haben wir an dieſem Hof die erſten Ehrenämter, die höchſten Würden bekleidet, es wäre für uns die höchſte Zurückſetzung, die größte Niederlage, wenn das jetzt anders werden ſollte. Der ganze hohe Adel würde mit Ge⸗ ringſchätzung auf uns blicken, und ſich beeilen in der Nähe der Kaiſerin die Stelle einzunehmen, welche wir leer gelaſſen, und welche man uns ſo oft beneidet hat. Nein, ich werde nichts thun, was mir die Gunſt der Kaiſerin entziehen und mich ihrer Gnade unwürdig machen könnte. Sie hat mir dieſe Ehe aufgelegt, und deshalb ertrage ich ſie ohne Klage und ſelbſt ohne Schmerz, deshalb ehre und achte ich Sie, Leo⸗ nore, als ein Geſchenk der Kaiſerin. Und Maria Thereſia weiß und erkennt es, wie ſehr ich ihr in Liebe, Treue und Gehorſam ergeben bin, und ſie wird mich eines Tages glänzend dafür belohnen. Schon hat ſie mir die Stelle des kranken Grafen Palfy zugeſichert, und wenn dieſer ſtirbt, werde ich ihr Oberhofmarſchall; aber noch höhere Ehre ſteht mir bevor.é Wenn ich mir ihre Gnade zu erhalten verſtehe, wird Maria Thereſia den Grafen Franz Eſterhazy bald in einen Fürſten Eſterhazy verwandeln. Oh, Madame, Sie weigern Sich mein Weib
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