Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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und man kann von ihrer Genialität nicht fordern, daß ſie bei der Er⸗ findung ihrer Zauberfeſte an Geld und Rechnungen denken ſoll. Wir haben allerdings Einiges wieder gut zu machen, aber noch iſt es Zeit dazu!

Nein, es iſt nicht Zeit mehr, irgend Etwas wieder gut zu machen, rief ſie ſtürmiſch, Sie müſſen das fühlen und wiſſen wie ich! Sehen Sie nur, was dieſe elenden vier Jahre aus uns gemacht haben! Sehen Sie Sich Selber zuerſt. Sie waren ein junger Mann mit einem Herzen voll ſanfter Neigungen, voll edler Hoffnungen, das ganze Leben lachte Ihnen entgegen, alle Frauen bewarben ſich um Ihre Liebe, denn Sie waren einer der reichſten, der vornehmſten und liebenswürdigſten Ca⸗ valiere. Jetzt, nach dieſen vier unſeligen Jahren, jetzt ſind Sie ein Greis mit gebrochenem Herzen, ein Greis, welcher niemals ein Mann geweſen, ein Greis, den nicht die Zeit ſondern nur das Unglück kindiſch gemacht, und der durch ſeine unmännliche Schwäche, ſeine weibiſche Nachgiebigkeit zum Geſpött und Gelächter der ganzen Welt geworden! Und nun ſehen Sie auch mich an! Oh, was war ich heute vor vier Jahren, und was bin ich jetzt! Was hätte ich einem Manne ſein kön⸗ nen, der es verſtanden mich ihm unterthänig zu machen in Liebe und Gehorſam, und meinen Stolz und Eigenwillen zu beugen! Was bin ich geworden durch einen Mann, den ich verachten mußte ſeit demn Tage, an welchem ich ihm zum erſten Male begegnete, verachten, weil er nicht den edlen Muth beſaß einen Willen zu haben, aber den fre⸗ chen Muth, vor dem Altare Gottes einen feigen Meineid zu begehen! Die Liebe hätte mich ſanft machen können, der Haß hat aus mir ein Weib gemacht, welches in ihren beſten Stunden ſich ſelbſt verachtet, und blutige Thränen über ſich weint! Unſere Ehe war eine Unnatur, und unnatürlich haben wir Beide uns durch ſie entwickelt; Sie ſind ſchwach geworden und furchtſam wie ein Weib, ich hart und furchtlos wie ein Mann! Wehe über uns Beide!

Zwei große Thränen glitten, wie ſie ſo ſprach, aus ihren Augen und rollten langſam über ihre bleichen Wangen nieder. Graf Eſterhazy war wie geblendet von dieſen Thränen, welche zum erſtenmale ſeit dieſen vier Jahren ihm ein Zeugniß gaben, daß dieſes kalte, marmorne Göt⸗ terbild auch ein Weib ſei, welches des Gefühls, ja des Schmerzes