Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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gar aus dieſen Sälen verbannt zu ſein, oder fand nur eine vergeſſene und unbeachtete Repräſentantin in der Oberhofmeiſterin von Noailles, die ernſt und ſchweigend von ferne ſtand, und mit düſtern Blicken dem heitern Treiben zuſchaute.

Heute indeſſen war auch die Oberhofmeiſterin nicht in dem Salon der Königin erſchienen, zum erſtenmal hatte ſie von der allgemeinen Erlaubniß Gebrauch gemacht, und ſich in ihre Zimmer zurückgezogen. In dieſem glänzenden Saal begegnete man daher heute nur heitern Geſichtern, nur jugendlichen Geſtalten, hörte man nur Lachen und fröhliche Scherze. Die ganze, vielleicht aus dreißig Perſonen beſtehende Geſellſchaft befand ſich noch auf der äußerſten Grenze der Jugend; man konnte von dieſen Cavalieren kaum ſchon ſagen, daß ſie zu Män⸗ nern gereift, und auf den Angeſichtern dieſer jungen Frauen ſah man noch die Lieblichkeit des Kindes und des jungen Mädchens vereint. Der zwanzigjährige König war unter den Herren der älteſte, die neunzehn⸗ jährige Königin unter den Frauen die gereifteſte und ernſteſte.

Und alle dieſe von Jugend, Schönheit und Geiſt ſtrahlenden Ge⸗ ſichter waren der Königin zugewandt, auf ſie waren alle dieſe leuch⸗ tenden, feurigen Blicke gerichtet, und alle dieſe friſchen, lächelnden Lip⸗ pen ſchienen nur deshalb das begeiſterte Wort des Entzückens zurück⸗ zuhalten, weil ſie auf das lebengebende Wort aus dem Munde der Königin harrten.

Marie Antoinette ſchien eine Zeitlang ganz verſunken in den An⸗ blick des Gartens, in deſſen blühenden Geſträuchen der Abendwind ſeine kräuſelnden Spiele begann, des Himmels, welcher vor Freude zu erröthen ſchien über den letzten Liebesblick der Sonne.

Ein allgemeines Schweigen war eingetreten, all dies lachende, gaukelnde, heitere Leben verſtummte auf einen Moment. Da die Kö⸗ nigin ſchwieg, wollte Jedermann ihr huldigen, indem er ihrem Bei⸗ ſpiel folgte.

Auf einmal wandte Marie Antoinette ihre Blicke von dem Him⸗ mel wieder zurück auf die Erde, und ihr Antlitz, welches vorher einen ſchwärmeriſchen Ausdruck angenommen, glänzte jetzt wieder in der hei⸗ terſten Laune.

Vor allen Dingen, meine Damen und Herren, ſagte die Königin