Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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nigs Frau von Noailles zog ſich eilends zurück, und kehrte nach ziemlich en. langem Verweilen wieder zu der Königin zurück. ines Verzeihen Ew. Majeſtät, ſagte ſie, daß ich ſo lange ausblieb. und Aber Niemand wußte mir Auskunft zu geben. Zum Glück begegnete nen. mir im Corridor einer der Gärtner, welcher friſche Blumen in das den Kabinet Ew. Majeſtät getragen, und von dieſem habe ich erfahren, was vird Niemand wußte. Die Sonne geht Morgens früh um drei Uhr auf, die Majeſtät. Haben Sie die Güte, demgemäß Ihre Befehle zu ertheilen, ſagte öhen die Königin. Ich will morgen früh um drei Uhr auf dem kleinen Berg niſt hier im Garten von Marly die Sonne aufgehen ſehen. nie⸗ Die Gräfin von Noailles ſchrak zuſammen, und ſchaute mit wah⸗ ge rem Entſetzen zu der Königin hin, die ihre ſtolzen Blicke mit einem fge⸗ herausfordernden Ausdruck auf ſie gerichtet hielt. mal Ew. Majeſtät wollen morgen früh um drei Uhr, das heißt mitten in der Nacht, Sich in den Garten begeben, um die Sonne aufgehen zu 1 die ſehen? fragte ſie mit ſchwankender, ängſtlicher Stimme. b Ja doch, rief die Königin ungeduldig. Schreibt die Etiquette ſche vielleicht irgend ein Reglement vor, das beobachtet werden muß, wenn die Königin von Frankreich die Sonne aufgehen ſieht, ſo ſagen Sie es der mir, und ich will ſehen, ob ich mich demſelben unterwerfen kann! Nein, Majeſtät, ſagte die Gräfin matt, die Etiquette ſchreibt gar zre nichts vor, denn dieſer Fall iſt gar nicht als möglich gedacht worden. ver⸗ Es iſt, ſo lange der Thron von Frankreich ſteht, noch niemals ge⸗ ſchehen, daß eine Königin von Frankreich die Sonne hat aufgehen ſehen 9 wollen. deß Arme Königinnen! rief Marie Antoinette. Sie waren gewiß im⸗ elte mer ſo mit ſich ſelber und mit dem Ceremoniell beſchäftigt, daß ihnen 1 de gar keine Zeit blieb, noch etwas Anderes ſchön zu finden und anzubeten, als ſich ſelber. Ich bin eine beſcheidene Königin, Madame, und ich ge will in Demuth Gott bewundern in ſeinem ſchönſten und erhabenſten deſe Werk. Da die Etiquette, wie Sie ſagen, dieſen Fall nicht vorgeſehen, iee und keine Beſtimmungen darüber gegeben hat, ſo haben wir demgemäß lus⸗ auch nicht weiter nöthig, ſie zu befragen, und können Alles nach unſerer

Bequemlichkeit und unſern Wünſchen einrichten.