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neue Feſte, neue Genüſſe, überall hörte man lachen und ſcherzen, und ſelbſt der König verlor allmälig ſein ſteifes und linliſches Benehmen, und ganz bezaubert von dem liebreizenden Weſen ſeiner Gemahlin, immer mehr ſich aus dem gleichgültigen Gemahl in einen zärtlich ſchmachtenden Verliebten verwandelnd, war Ludwig gern bereit, allen den unſchuldigen und kindlichen Wünſchen ſeiner Gemahlin zu genü⸗ gen, ließ er ihr volle Freiheit ſich ihr Leben ſo zu geſtalten, wie es ihr ſelber bequem und angenehm erſchien, ohne danach zu fragen, ob die Wünſche der Königin auch allemal den Anforderungen der Etiquette genügten, und ob die Vergnügungen der jungen ſchönen Frau ſich auch mit der Würde und Unnahbarkeit der Königin vertragen möchten.
Zeder Tag brachte neue Vergnügungen, neue Zerſtreuungen, man machte Promenaden zu Wagen, zu Fuß und zu Pferde in den herrli⸗ chen Gärten von Marly, man unternahm große Jagden in den benach⸗ barten königlichen Waldungen, oder führte improviſirte Idyllen auf, zu welchen die Königin die Rollen vertheilte, und bei welchen Marie Autoinette und die Prinzeſſinnen in den reizenden und maleriſchen Trach⸗ ten der franzöſiſchen Landmädchen erſchienen, und mit den in Bauern verwandelten Prinzen, mit dem König die beluſtigendſten und heiterſten Scenen aufführten.
Marie Antoinette wußte für jeden Tag eine neue Erheiterung, einen neuen Scherz zu erſinnen, und glücklich und ſtolz darauf, ihren Gemahl immer mehr an ſich zu feſſeln, machte ſie es zu einem eifrigen Studium, ihm immer neue Zerſtreuungen zu bereiten, ihn immer mehr in ihre Nähe und in ihre Reize zu verſtricken.
Schon war der König ſo kühn geworden, daß er es wagte, gleich allen Andern, der Königin die glühendſten Schmeichelworte über ihre Schönheit zu ſagen, und daß er zuweilen in der Extaſe ſeiner jungen, aufkeimenden Liebe die Andern noch übertraf in der Begeiſterung ſeiner Ausdrucksweiſe, daß er noch feurigere Worte fand, wie der Graf von Artois, oder der Herzog von Chartres, noch geiſtvollere Bonmots ſagte, wie der Graf von Provence.
Marie Antoinette beobachtete dieſe Umwandelung ihres Gemahls mit Entzücken, und ihre kleinen Coquetterieen mit den Brüdern des Königs, mit dem Herzog von Chartres und den vornehmen Cavalieren


