Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihnen, taſten. Frank⸗ t das gliche Ma⸗ ſind Ma Cere ganz

ondern Könige vorher wohl nübet Heſetze Jhnen ver⸗ theilt, gliche züren, iſt es uwoh⸗ ohne ffräu⸗ — und Tafel. n den

it ihr

gewol⸗ Lehne

147

eines Fauteuils, und ſtarrte mit trüben Blicken und bleichem Angeſicht hinein in das Leere.

Es geht zu Ende mit dem Königthum, murmelte ſie leiſe vor ſich hin. Dieſe Frau rüttelt mit allzukecken Händen an den Säulen, welche den Königsthron tragen, er wird mit ihr zuſammenbrechen, und unter ſeinen Trümmern den König und die Königin begraben, wenn ſie fort⸗ fährt dieſe gefährliche und unheilsvolle Bahn zu verfolgen, welche ſie in dem Uebermuth ihrer Jugend eingeſchlagen hat. Sie nennt die Etiquette eine lächerliche Tyrannei; ſie weiß nicht, daß die Etiquette allein es iſt, welche das Königthum mit dem Schimmer des Erhabe⸗ nen und Heiligen umgiebt und die Völker dergeſtalt blendet, daß ſie ihre Fürſten als erhabene und unnahbare Geſtalten ſchüchtern in der Ferne verehren. Laßt ſie erſt ſehen, daß ſie Menſchen ſind, und die Völker werden bald ihrer Ehrfurcht vergeſſen, und als Menſchen an ihnen kritiſiren und tadeln— und um das Königthum iſt es geſchehen! Ich ſehe eine finſtere, unheilsvolle Zeit kommen, fuhr die Oberhof⸗ meiſterin nach einer Pauſe düſtern Hinbrütens fort, denn die Königin iſt umringt von Feinden, und ſtatt ſie zu verſöhnen, trotzt ſie ihnen, und ſtatt ihre Freunde an ſich zu feſſeln, verſcheucht ſie dieſelben durch ihren Uebermuth! Oh welche gefährliche und unheilsvolle Dinge hat ſie heute mit lachendem Munde und freudiger Unſchuld begonnen, aber es ſind die Drachenzähne, welche eines Tages in Krieger ſich verwan⸗ deln, und wider ſie aufſtehen werden, um ſie zu vernichten! Oh, oh, das Königthum iſt angegriffen, und die Königin ſelbſt iſt es, welche das gethan! Sie verachtet das Geſetz und die Sitte, ach ſie weiß nicht, wie ſehr ſie die Putzmacherin, den Friſeur und die Diners en famille eines Tages mag bereuen müſſen!— Nun, ich habe meine Pflicht gethan, ich habe geſprochen und gewarnt, und ich werde aus⸗ harren, ſo lange meine Geduld und meine Ehre es erträgt, aber nicht länger, nein, beim Himmel, nicht länger!—

Die Oberhofmeiſterin hatte Recht! Dieſe anſcheinend ſo kleinen, ſo unſcheinbaren Dinge waren doch für die Königin von den traurigſten und ſchlimmſten Folgen.

Die Königin, welche bis dahin ſich mit einfachem und noblem Geſchmack gekleidet, brachte jetzt auf einmal eine Revolution in den

„ A