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auf die raſchen und kunſtfertigen Hände Léonards hin, und ſelbſt die Königin beobachtete mit ſteigender Verwunderung das Werk des Haar⸗ künſtlers, das ſich in immer kühneren Schwingungen über ihrem Haupt aufthürmte. Aufthürmte im eigentlichen Sinne des Wortes, denn wie einen Thurm in Geſtalt und Höhe wölbten die Hände des Friſeurs über zierlichem Drathgeflecht und mit leichten Daunen gefüllten Kiſſen, welche er in ſeinen Cartons mitgebracht, das Haar der Königin empor zu einem Gipfel, daß dadurch die hohe und ſtolze Geſtalt der Königin mu mehr als einen Fuß breit erhöht ward. Alsdann wandte Léonard ſeine Augen auf den großen Toilettentiſch der Königin, auf welchem in buntem Gemiſch Blumen, Spitzen und Federn, welche die Königin an dieſem Morgen erſt von der Bertin gekauft hatte, ſich befanden.
Darf ich von dieſen Dingen wählen? fragte Léonard.
Die Königin nickte bejahend, und auf ſeinen Fußſpitzen ſchlüpfte Herr Léonard zu dem Tiſch hin, und nahm von demſelben ein halbes Dutzend der ſchönſten, breiteſten und längſten weißen Straußfedern.
Federn? rief die Königin erſtaunt. Sie wollen mich doch nicht mit Federn coiffiren?
Ew. Majeſtät werden die Gnade haben, mich mein Werk vollenden zu laſſen, und alsdann zu entſcheiden, ſagte Léonard, indem er die ſchönen Federn auf dem künſtlichen Haarthurm befeſtigte, daß ſie den hohen Bau noch um einen Fuß breit erhöheten und in graciöſen Wall⸗ ungen ihre flatternden Spitzen zu beiden Seiten bis auf die Schläfe des königlichen Hauptes niederſenkten.
In der That, das iſt eine ganz neue und wie mir ſcheint, ſehr kleidſame Friſur, ſagte die Königin, indem ſie mit ſichtlichem Behagen ihr ſchönes Antlitz in dem Spiegel betrachtete, nicht bedenkend, daß eben ihr roſiges Geſicht, ihre leuchtenden Augen, ihre hohe, klare Stirn, und das ſchöne Oval ihres Geſichtes ganz dazu geeignet waren jede Coiffure zu ertragen, und ſie kleidſam zu machen.
Ich adoptire die Federn, mein Herr, fuhr die Königin lächelnd fort, und ich erlaube Ihnen dieſer Friſur meinen Namen zu geben. Ach, ich meine, die armen Strauße werden ſich darüber eben nicht zu freuen haben, denn man wird ihnen in der nächſten Zeit viel Federn ausrupfen! Sie ſtehen von heute an in meinem Dienſt, Herr Léonard,


