Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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bewußte

Königin Befehl ſinnen.

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feeierliche Pauſe trat ein; mit geſpannter Erwartung blickten die Damen

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Léonard verbeugte ſich tief, und trat ſchweigend hinter den Seſſel der Königin, um mit leiſen und geſchickten Händen ihr Haar aufzulöſen,

das er dann mit dem Wohlgefallen eines Bildhauers, der einen herr⸗

lichen Marmorblock ſieht, aus welchem er die Statue einer Göttin meißeln will, durch ſeine Finger gleiten ließ.

Marie Antoinette bemerkte in dem Spiegel dieſe Bewegung des Haarkünſtlers und lächelte. Wie wird die Friſur heißen, welche Sie mir geben? fragte ſie.

Sie wird heißen à la Reine Marie Antoinette, ſagte Loonard.

Ich habe dieſe Friſur niemals geſehen, rief die Königin verwundert.

Herr Léonard vergaß einen Moment ſeiner demüthigen Haltung und indem er ſein Haupt emporhob, blitzte in ſeinen Augen das Feuer ſtolzen Selbſtbewußtſeins.

Ew. Majeſtät halten mich auch ohne Zweifel nicht ſo niedriger Geſinnung fähig, ſagte er, daß ich beabſichtigen ſollte, der Königin eine Friſur zu geben, welche ſchon von irgend eines Sterblichen Augen ge⸗ ſehen worden.

Sie werden alſo eine neue Friſur für mich erfinden? fragte ſie heiter. Nach welcher Mode?

Ich werde eine neue Mode creiren, Majeſtät, ſagte der Künſtler ſtolz. Dieſer heutige Tag wird eine neue Ordnung der Dinge bezeich⸗ nen, und wird Epoche machen in den Annalen der Kunſt. Wollen Ew. Majeſtät die Gnade haben die Wahl der Friſur allein meiger Begeiſterung und der Exaltation des glücklichen Moments zu überlaſſen

Folgen Sie ganz Ihrer Eingebung, ſagte die Königin lächelnd. Nur ſage ich Ihnen, daß ich die niedrigen Friſuren nicht liebe, und daß ich der Hüte und Papillons herzlich ſatt bin.

Majeſtät, rief Léonard mit einem wegwerfenden Achſelzucken, Hüte und Papillons gehören von dieſer Stunde der verweſeten Vergangen⸗ heit an, und was die niedrigen Friſuren anbetrifft, ſo weiß ich, daß das Erhabene auch in einem erhabenen Styl ausgeführt ſein muß! Im Bau der Thürme und Tempel allein zeigt ſich die Kunſt des ge— nialen Baumeiſters!

Herr Loonard verneigte ſich und begann ſein Werk. Eine lange