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Zu Befehl, Majeſtät, ſagte Frau von Campan. Die bewußte Perſon wartet im erſten Vorſaal.
So gehen Sie, und rufen Sie dieſelbe, Campanl! rief die Königin heiter, und während die Kammerfrau ſich beeilte dem königlichen Befehl nachzukommen, wandte ſich Marie Antoinette an die beiden Prinzeſſinnen.
Jetzt, meine Damen, ſagte ſie heiter, jetzt werden Sie den zweiten Gott von Paris kennen lernen. Sie wiſſen, der eine Gott iſt Herr Veſtris, der große Tänzer, der ſich ſelbſt„le Dieu de la Danse“ nennt, der zweite aber iſt Léonard, der große Friſeur, den die ſchöne Welt von Paris„le Dieu des Coiffures“ nennt. Ich habe ihn herbeſchieden, damit er mich friſire.
Aber ohne Zweifel haben Ew. Majeſtät vergeſſen, rief Frau von Noailles, daß die Königin überall nur von weiblichen Händen bedient werden darf.
Darf, Madame? wiederholte die Königin ſtolz. Ich werde mir erlauben, dieſes„darf“ nicht zu beachten. Ich glaube, daß männliche Hände geſchickter darin ſind die Friſur zu machen, und ich werde daher von heute an, ſtatt von meiner Kammerfrau von einem Friſeur mich friſiren laſſen.
Die Thür öffnete ſich wieder, und Madame Campan trat ein, gefolgt von dem Friſeur Herrn Léonard.
Jetzt, meine Prinzeſſinnen und Damen, ſagte die Königin ſich mit ihrem lieblichſten Lächeln an die Damen wendend, jetzt werden Sie die Güte haben, in das große Empfangszimmer zu gehen, denn ich habe hier ſehr ernſte und wichtige Unterhandlungen vor.— Als die Köni⸗ gin aber ſah, da Frau von Noallles ſchon den Mund öffnete zu einer Bemerkung, fügte ſie hinzu: die Frau Oberhofmeiſterin wird die Güte haben, gleich den Kammerfrauen hier zu bleiben, und den Unterhand⸗ lungen beizuwohnen.
Als die Prinzeſſinnen mit den Damen ſich entfernt hatten, wandte ſich die Königin haſtig an den Friſeur, welcher mit geſenktem Haupt und ehrerbietigen Mienen, ganz das Bild der Devotion, an der Thür ſtand.
Jetzt, mein Herr, ſagte die Königin lebhaft, jetzt werden wir ſehen, ob Sie wirklich ein ſo großer Künſtler in Ihrem Fach ſind, als man behauptet. Kommen Sie hierher, und friſiren Sie mich.
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