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Marquiſe Charente Tonnerre auf der Erde ſitzen, und die wunderbaren
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entſetzt vor dieſen majeſtätiſchen Repräſentantinnen einer verblichenen Zeit ihre Augen nieder, denn ſie begriffen, daß eine Gefahr ſie bedrohte, die Gefahr, ihre Ernſthaftigkeit zu verlieren, und vielleicht ſogar zu lachen, wenn ſie ihre Blicke noch einmal auf dieſe erhabenen Ruinen der Vergangenheit richteten. Die Hofdamen aber, welche ſich hinter den großen Reifröcken der Königin und der Prinzeſſinnen wie hinter einer Mauer geſichert und verborgen fühlten, und deren Köpfe hinter den Geſtalten und den Schleiern der Fürſtinnen verſchwanden, die Hof⸗ damen durften es wagen, ſich dem erheiternden Eindruck dieſer Scene hinzugeben und das Lachen, welches die Prinzeſſinnen angſtvoll zurück⸗ drängen mußten, frei und rückhaltslos auf ihr Antlitz treten zu laſſen. Hinter den Reifröcken der Prinzeſſinnen durften die ſtrengen Anforde⸗ rungen der Etiquette aufhören, und die geſtrenge Frau Oberhofmeiſterin ſah es nicht, wie die ſchöne junge Marquiſe von Charente Tonnerre, welche hinter der Königin ihre Stellung hatte, ermüdet von der langen Ceremonie, ſich auf das Parquet des Fußbodens niedergleiten ließ, um in völliger Bequemlichkeit ſich auszuruhen von dem langen Stehen. Die geſtrenge Frau Oberhofmeiſterin ſah auch nicht, wie die Marquiſe in dem Uebermuth der Jugend und Mocquerie, auf der Erde ſitzend, allerlei Muthwillen begann, bald die andern Damen an ihren Röcken zupfend, bald in drolligſter Weiſe die ſeltſamen und ceremoniellen Ge⸗ ſichter der alten Damen nachäffend. Äber die übrigen Hofdamen ſahen es, und während in der vorderen Reihe der feierlichſte Ernſt, das er⸗ habenſte Ceremoniell herrſchte, begann hinter den Reifröcken ein leiſes Flüſtern und Kichern, ſah man da nur lachende Geſichter, ziſchelte man ſich allerlei Neckereien und Scherze in’s Ohr.
Eben nahete ſich wieder eine dieſer hohen, in wunderbarer altmo⸗ diſcher Toilette einherſtolzirenden Marquiſen der alten Zeit dem könig⸗ lichen Thron, und mit lauter Stimme begann die Gräfin von Noailles die langen und hochtönenden Namen und Titel der würdigen Dame herzuſagen, welche in drei untadelhaften, ceremoniöſen Verbeugungen der Königin ihre Huldigung darzubringen hatte. In dieſem Moment aber wandte die Königin neugierig gemacht von dem Flüſtern und Lachen hinter ihr, ihr Haupt ein wenig rückwärts. Sie ſah da die


