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fragte die Königin raſch. Denn, verzeihen mir Ew. Majeſtät, ich wage vorauszuſetzen, daß Sie demſelben ſeine Entlaſſung geben?
Ich würde ihn gern in meiner Nähe gelaſſen haben, ſagte der König langſam, denn mit ſeiner Politik ſtimme ich vollkommen über⸗ ein, und als politiſchem Charakter hat man ihm keine Vorwürfe zu machen. Er hat immer nur das Wohl und die Größe Frankreichs im Auge gehabt, und ſich von keinen andern Nebenintereſſen leiten laſſen. Aber er hat ſich leider zu offenkundig als ein Freund und
Anhänger der Dubarry gezeigt, und aus dieſem Grunde allein muß
ich ihn aufgeben.
Und ſein Nachfolger? fragte die Königin mit zitternder Stimme, kaum im Stande ihre Aufregung und ihren Aerger zu verbergen.
Sein Nachfolger wird der Graf von Vergennes ſein!
Vergennes? rief die Königin heftig. Derſelbe Vergennes, der früher in Conſtantinopel Geſandter war, und dort ſich mit einer Scla— vin vermählte?
Ah, Sie wiſſen von dieſem albernen Mährchen, Madame, welches der Herzog von Choiſeul verbreitet hat, weil er hoffte, dadurch den Grafen Vergennes, ſeinen verhaßten Feind, lächerlich zu machen? Nie⸗ mand hat indeſſen an dieſe Erzählung aus Tauſend und Einer Nacht geglaubt, und die Frau von Vergennes genießt in Stockholm, wo ihr Gemahl bis jetzt Geſandter war, der vollſten Achtung des Hofes und der Stadt. Vergennes iſt ein ſehr talentvoller und geſcheidter Kopf, und ich denke, er wird uns als Miniſter des Auswärtigen gute Dienſte leiſten. Die andern neuen Miniſter ſind: für das Kriegsdepartement der Graf du Muy, einer der Getreuen meines Vaters, für die Finan⸗ zen an Stelle des verhaßten Abbé Terray— nicht wahr, ſo nennt ihn Ihr Bruder der Kaiſer?— an Stelle des verhaßten Abbé Ter- ray der Herr Graf von Clugny.—
Ah, Clugny! rief die Königin, deren ſchönes Antlitz ſich aufzuhei⸗ tern begann. Ew. Majeſtät meinen doch den Grafen von Clugny, den Freund des Herzogs von Choiſeul?
Eben den, Madame, ſagte der König gelaſſen. Und da Sie eben den Namen des Herzogs von Choiſeul nannten, fällt mir ein, daß ich ihn heute ſchon einmal nennen hörte. Sie, Herr Graf von Mercy,
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