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dn Der Fürſt war bleich geworden, und rückwärts ſchwankend, mußte er ſeine Hände auf die Lehne eines Seſſels ſtützen, um nicht umzuſinken. O, Auf Ihre Ehre und Ihr Gewiſſen, haben Sie das geſchrieben? un⸗ wiederholte die Kaiſerin. 1 Der Fürſt Erzbiſchof hob langſam ſein bleiches Antlitz empor, und 6 Maria Thereſia's glühenden Augen mit einem traurigen Blicke begeg⸗ 3 nend, ſagte er ernſt und feſt: Ja, Majeſtät, ich habe das geſchrieben! Di Ich darf meine Worte nicht verleugnen! De⸗ Sie geſtehen alſo zu, daß Sie zu den Feinden der Dauphine ge⸗ la hören, daß Sie mit dieſer elenden Gräfin im Briefwechſel ſtehen? ſie Nein, ich geſtehe das nicht zu, denn es iſt eine Unwahrheit. Ich aus habe in einem gereizten, unſeligen Moment, den ich indeß nicht zu ent⸗ des ſchuldigen wage, den Brief geſchrieben, in welchem jene Zeilen enthalten rt! ſind, allein dieſer Brief war nicht an die Gräfin Dubarry gerichtet! in? Und wen wünſcht der Herr Erzbiſchof als den Empfänger deſſel⸗ 5 on⸗ ben, zu bezeichnen? fragte die Kaiſerin verächtlich lachend. Ich bezeichne Niemand, Majeſtät, ich weiß nur, daß derjenige,
Ich welchem ich dieſen Brief geſchrieben, mein Vertrauen gemißbraucht und ſten denſelben der Dubarry mitgetheilt hat. Fern ſei er von mir, ihn nen⸗
nen zu wollen! Möge der Zorn Ihrer Majeſtät mich allein zerſchmettern, er⸗— ich allein will der Schuldige bleiben und die Strafe leiden! hen Ich weiß von keiner Schuld, ſagte die Kaiſerin hoheitsvoll, und ge⸗ wie mir ſcheint, ſind Sie meines Zornes nicht werth. Die Maria
Thereſia ſteht da vor Gott und aller Welt, und Jedermann hat ein und Recht über ſie zu urtheilen, der Fürſt Rohan ſo gut, als der Zeitungs⸗ das 1 ſchreiber, und der Bettler. Alle dieſe Urtheile der Menſchen verwehet ſche 6 der Wind, aber Gott zeichnet die Thaten auf, und an ihm iſt's zu hre ſtrafen und zu richten! Werd' mich vor dem Fürſten von Rohan weder ält rechtfertigen, noch verlohnt es ſich der Müh' über ihn erzürnt zu ſein! aßt Mag er über mich ſchreiben und denken, was er will, es berührt mich der 1 nicht. Aber ich wollte ihm nur beweiſen, daß wir ihn kennen, die hre. Dauphine und ich, daß wir wiſſen, was man von Ihnen zu er⸗
warten hat! Die Dauphine weiß auch um dieſen Brief? rief der Fürſt entſetz. Nun, ſie 5 es, die mir die Abſchrift geſandt hat! ſagte die Kaiſerin.


