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reſia gar nicht berührt wird von den Worten des Herrn Fürſten von
Rohan. Weil Sie's aber wagen, Ihren Brief an die Gräfin Du⸗ barry abzuleugnen, will ich Ihnen doch deſſen Inhalt zurückrufen. Oh, Sie ſollen wenigſtens ſehen, mein Herr, daß ich auch ziemlich gut un⸗ terrichtet bin von dem, was ſich am franzöſiſchen Hofe zuträgt! Selbſt über die vertraulichen Orgien des Oeil de Boeuf, zu denen König Lud⸗ wig nur ſeine Favoriten zuläßt, empfange ich meine Berichte, und ich will Ihnen ſagen, was bei einer dieſer letzten Orgien geſchah. Die Gräfin Dubarry ergötzte ſich mit ſehr wenig Zurückhaltung und De⸗ cenz über das, was ſie„die Falſchheit und Verſtellungskunſt“ der Kai⸗ ſerin Maria Thereſia nannte, und um zu beweiſen, daß das, was ſie behauptete, auch wahr ſei, zog die Gräfin Dubarry einen Brief aus ihrem Portefeuille hervor. Sehen Sie, rief ſie, das iſt ein Brief des Fürſten Louis Rohan, hören Sie nur, wie der die Kaſſerin ſchildert! — Nun, Herr Erzbiſchof, ſehen Sie jetzt, daß ich gut unterrichtet bin? Wollen Sie jetzt noch leugnen. daß Sie mit dieſer Perſon correſpon⸗ diren?
Ich leugne es! ſagte der Fürſt mit feierlicher Entſchiedenheit. Ich habe niemals an die Gräfin Dubarry geſchrieben, und am allerwenigſten über die geheiligte Perſon der Kaiſerin Maria Thereſia!
Nun, das iſt in der That eine freche Lüge, rief die Kaiſerin ver⸗ ächtlich. Man wird des Herrn Erzbiſchofs Gedächtniß aufzufriſchen ſuchen müſſen! Ich werde Ihnen vorleſen, was Sie über mich ge⸗ ſchrieben! Hören Sie nur!
Die Kaiſerin zog aus ihrer Kleidertaſche ein Papier hervor, und es entfaltend, las ſie:„Ich habe wirklich Maria Thereſia über das Schickſal des bedrängten Polens weinen ſehen; aber dieſe Fürſtin, welche ſo ſehr geübt iſt in der Kunſt der Verſtellung, ſcheint mir auch ihre Thränen ganz in ihrer Gewalt zu haben. In der einen Hand hält ſie das Taſchentuch, um ihre Thränen zu trocknen, mit der andern faßt ſie nach dem Schwert der Verhandlungen, um die dritte Macht bei der Theilung zu ſein.“*)— Nun, Herr Erzbiſchof, ich frage Sie auf Ihre Ehre und Ihr Gewiſſen, haben Sie das geſchrieben?
*) Mémoires de Weber, concernant Marie Antoinette. Vol. III. p. 305.


