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es eine Fürſtin thut. Einer Gräfin zum Beiſpiel mag es verſtattet ſein, im Innern ihrer Gemächer mit ihren jungen Dienerinnen die fröhlichen Spiele ihrer Kindheit zu ſpielen, und ein luſtiges Hetzjagen durch alle Zimmer zu halten, aber ich glaube nicht, daß Ew. Majeſtät ſolche geräuſch⸗ volle Erheiterungen für die Dauphine von Frankreich geeignet halten!
Sie iſt noch ſo jung, meine arme Antoinette, ſagte die Kaiſerin mit einem ſanften Lächeln, kaum achtzehn Jahre, und da ihre Feinde es verhindern, daß ſie eine Frau iſt, ſo ſollten ſie ihr wenigſtens geſtat⸗ ten, ein wenig länger Kind zu bleiben. Hab' ſchon gehört von die⸗ ſen harmloſen Beluſtigungen, welche die Dauphine ſich im Innern ihrer
Gemächer mit den Prinzeſſinnen von Frankreich, ihren jungen Schwä⸗
gerinnen, erlaubt. Wenn man gerecht ſein wollte, müßte man es ſehr liebenswürdig und gefällig finden, daß die Dauphine, um ihre jungen, unerwachſenen Schwägerinnen zu amüſiren, ſich herabläßt, mit ihnen Kinderſpiele zu ſpielen. Aber ich weiß wohl, daß man ihr ſelbſt daraus ein Verbrechen macht, und daß Frau von Marſan) es der Dauphine
niemals verzeihen kann, daß ſie in liebevollem Eifer für ihre Schwä⸗
gerinnen ſich ein wenig um die Erziehung derſelben hat bekümmern wollen. Der Salon der Oberhofmeiſterin iſt ſeitdem ein Foyer der Intriguen, oder vielmehr der Klatſchereien gegen die Dauphine gewor⸗ den. Ihre kleinſten Handlungen werden da ausgedeutet und ausge⸗ beutet, und aus ihrer Heiterkeit und ihrem Frohſinn macht man dort der armen Dauphine ein Verbrechen.**) Wenn der Fürſt über nichts weiter zu klagen hat, als über dieſe unſchuldigen Kinderſpiele, ſo war's nit nöthig deshalb mit ſo feierlicher Miene hieher zu kommen!
4 Ich bin nicht gekommen, Majeſtät, um zu klagen, am allerwenig⸗ ſten um anzuklagen, ſagte der Kardinal gelaſſen, ich bin gekommen, um Ew. Majeſtät anzuflehen, daß Sie die Dauphine warnen möchten vor ihren Feinden. Denn es iſt leider nicht mehr zu leugnen, die Dau⸗ phine hat Feinde, mächtige Feinde am Hofe und in der Nähe des Kö⸗ nigs ſogar. Dieſe Feinde ſprechen aber nicht blos von den unſchuldigen Kinderſpielen der Dauphine, ſondern mit einer Miene wahrhaft ent⸗
*) Die Oberhofmeiſterin der Prinzeſſinnen von Frankreich. .**) Mémoires de Madame de Campan. Vol. I, p. 65.*
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