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bitten laſſen, und die Kaiſerin hatte ihm dieſelbe gewährt.*) Dies
war indeſſen ſeit einem Jahr das erſtemal daß Maria Thereſia dem Geſandten Frankreichs eine ſolche Gunſt erwies, und der ſtolze Fürſt wollte daher die Gelegenheit benutzen, ganz Wien, welches ſehr wohl wußte, daß die Kaiſerin dem Fürſten Erzbiſchof ſehr wenig geneigt ſei, und ihn niemals allein, immer nur an großen Courtagen in Gemein⸗ ſchaft mit allen übrigen Geſandten empfing, ganz Wien alſo zu zeigen, daß die Kaiſerin ihm jetzt wieder ihre Gnade bewilligt habe, und ihn daher zu einer Privataudienz zulaſſe.
Begleitet von einem glänzenden Gefolge begab ſich der Fürſt des⸗ halb nach der Burg. Sechs von Goldtreſſen ſtrotzende Lakaien ſtan⸗ den in doppelter Reihe hinten auf dem vergoldeten, zurückgeſchlagenen Wagen, in deſſen Kiſſen von weißem Atlas der Erzbiſchof im vollen Ornat ſeiner hohen kirchlichen Würden ſich lehnte, mit einem bezau⸗ bernden Lächeln die Frauen, mit einem huldvollen Kopfnicken die Män⸗ ner grüßend, welche ſich auf den Straßen herandrängten, den ſchönen Cardinal zu ſehen. Vier Pagen in den Farben der beiden Rohans ſtanden zu beiden Seiten auf dem Tritt des Wagens, und ſtreuten mit vollen Händen kleine Silbermünzen aus unter das Volk, das ſeine Arme nach dem Fürſten ausſtreckte, um zugleich ſeinen Segen und eine Gabe von ihm zu erflehen. In vier glänzenden und vergoldeten Wa⸗
biſchof von Straßburg.
*n) Mémoires sur la vie privée de Marie Antoinette Ve †


