Sie ſind nicht bloß ein Lügner und ein Feigling, ſagte ſie athem⸗ los, Sie ſind auch ein Ehrloſer, denn Sie wollen ein Weib überwäl⸗ tigen, welches Ihnen geſagt hat, daß ſie Sie haßt und verabſcheut.
Aber Leonore, ſagte er flehend, meine Gemahlin—
Sie ſchüttelte unwillig ihr Haupt. Herr Graf Franz Eſterhazy, ſagte ſie langſam, ich verbiete Ihnen, mich jemals wieder, wenn wir
allein ſind, Ihre Gemahlin zu nennen. Innerhalb di ich die Gräfin Starhemberg, und Niemand hat de Recht mich mit einem andern Namen zu nennen. Sobald ich die Schwelle meiner Ge⸗ mächer überſchritten habe, mögen Sie mich immerhin Ihre Gemahlin nennen. Ich werde dieſen Schimpf mit kalter Verachtung zu ertragen wiſſen der Welt gegenüber, aber mir ſelber gegenüber werde ich ihn nicht dulden! Gehen Sie!
Sie deutete mit erhobenem Arm nach der Thür hin, und wie der Graf in ihr zornſprühendes ſtolzes Antlitz ſchaute, fand er nicht den Muth ihr zu widerſprechen, und die heftige Scene, die er ſo eben er⸗ duldet hatte, wieder zu erneuern.
Man muß ſich anſcheinend ihren Launen fügen, ſagte er leiſe zu ſich ſelber, und ſich dann lächelnd vor ſeiner Gemahlin verbeugend,
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ſchritt er rückwärts gehend, wie vor einer Königin, der Thür zu.
Leonore blieb mit erhobenem Arm ſtehen, bis ſich die Thür hin⸗ ter ihm geſchloſſen hatte, dann ſtürzte ſie hin, und ſchob den Riegel vor, und jetzt, da ſie allein war, da Niemand ſie ſehen konnte, außer Gott, jetzt ſtürzte die juwelenfunkelnde Braut auf ihre Knie nieder, und
weinte bitterlich. *
* III. ℳ
Der Fürſt Louis von Rohan.
Der Erzbiſchof Fürſt Louis von Rohan, der Geſandte Frankreichs am öſterreichiſchen Kaiſerhof, hatte die Kaiſerin um eine geheime Audienz


