20 offene Thür fort, daß Sie mich nicht eher verlaſſen haben, als bis mein Herr Gemahl gekommen war.
Sie deutete mit der Hand nach der Thür hin, auf deren Schwelle ſo eben der Graf erſchien, und ſich tief vor den Damen verneigte.
Ich verlaſſe Sie jetzt, Frau Gräfin, ſagte die Oberhofmeiſterin, Leonore auf die Stirn küſſend. Möge der Himmel Sie ſegnen!
Ich hoffe, er wird es! ſagte Leonore, inde je Oberhof⸗ meiſterin zur Thür geleitete.—
Graf Eſterhazy blieb nun allein mit Leonoren. Mit einem ſanften Lächeln ſchritt er auf ſie zu, und reichte ihr ſeine beiden Hände dar.
Ich heiße Sie willkommen in meinem Hauſe, deſſen Herrin Sie von dieſer Stunde an ſein werden, ſagte er. Alles was ich habe und bin, gehört, wie ich ſelber, von dieſer Stunde an Ihnen, und Ihnen allein! 1
Die Gräfin nahm ſeine dargebotene Hand nicht an, ſondern trat ſtolz einen Schritt zurück. Berühren Sie mich nicht, ſagte ſie, ihre Hand gegen ihn ausſtreckend. Eine unüberſteigliche Kluft liegt zwiſchen uns.—
Bezeichnen Sie ſie mir, Leonore, damit meine Liebe verſuchen kar ſie auszufüllen, rief der Graf.
Sie heißt, meine Verachtung! ſagte ſie kalt. Sie haben an n. feig und ehrlos gehandelt, Sie haben ein Weib, welches Ihnen ve trauete, welches auf ihren Knieen Sie um Gnade bat, mit einer gi meinen Lüge betrogen, und in feigem Hohn ſie hintergangen. Gott in Himmel, welcher mein Flehen und mein Beten nicht gehört hat, Gott möge jetzt meinen Racheſchwur vernehmen! Ja, ich werde mich rächen
für dieſes feige Verbrechen, das Sie an mir begangen haben, ich werde
Sie bereuen machen, was Sie gethan haben! Hinfort hat mein Leben nur noch einen Zweck: Sie zu peinigen und zu martern, und an Jh⸗ nen Vergeltung zu üben für alle die Marter, welche ich durch Sie er⸗ duldet habe! Oh, ich ſage Ihnen, Sie ſollen an jedem Tag und zu jeder Stunde bereuen, daß Sie mich zu Ihrer Gemahlin gemacht, mich, welche Ihnen ihr ganzes zuckendes Herz geöffnet hatte, welche ſich vor
Ihnen in den Staub demüthigte, und Sie um Erbarmen bat! Sie
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