Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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ſie ihr Antlitz wieder dem Altar und dem Geſſttlichen zu. ſ

Dieſer fuhr in der heiligen Ceremonie fort. Iſt es Ihr Wille,

dieſen Mann zu ehelichen, ſagte er, ſo bekräftigen Sie ſolches mit 3 einem lauten und feierlichen Ja!

Leonore ſchwieg, aber nicht zögernd und unentſchloſſen, ſondern

in dem vollen Bewußtſein der Bedeutung dieſes Moments, ganz ent⸗

ſchloſſen ihr Schickſal auf ſich zu nehmen, und ihre jetzige Rolle mit

Würde zu Ende zu führen. 6

* Ddie Etiquette erforderte, daß ſie um das entſcheidende Ja ſpre⸗

1 f den ſcharfen Duft ein, und ſich dann wieder ſtolz aufrichtend, wandte

* · V

zu können, erſt die Erlaubniß der Kaiſerin empfangen habe. Die Gräfin wußte das, und wandte ſich demgemäß ſchweigend und mit einer tiefen Verbeugung an die Oberhofmeiſterin. Dieſe wandte ſich jetzt dem Oratorium zu, in welchem die Kaiſerin ſaß, und wiederholte die Verbeugung und gleichſam die ſtumme Anfrage.

Maria Thereſia nickte bejahend, und die Oberhofmeiſterin über⸗

lieferte durch e ein eben ſolches Kopfnicken die Einwilligung der Kaiſerin

rau Dieſe verneigte ſich tief gegen die Kaiſerin, und ſich

em teer zuwendend, ſagte ſie, der empfangenen kaiſerlichen Erlaubniß gemaß: Ja!*)

Die Trauung war zu Ende, und das junge Paar empfing die. Glückwünſche des Hofes; ſelbſt die Kaiſerin war aus dem Oratorium in den Raum der Kapelle getreten, um einige freundliche und gnädige Worte an das Brau aar zu richten.

F b' Ihr einen tten und ſanften Mann ausgewählt, ſagte ſie der ffin freundlich zunickend, zweifle gar nit, daß Sie glücklich mit Ihm wird.

Ich zweifle auch nicht, Majeſtät, ſagte Eleonore, ſich tief vernei⸗ 1 gend, die glücklichen Ehen werden im Himmel geſchloſſen, und gewiß V hat Gott dieſe Ehe im Himmel geſchloſſen, denn ſonſt würden es Ew. Majeſtät auf Erden nicht gethan haben.

Maria Thereſia warf einen zornigen Blick auf die Gräfin, und ihr ſtolz den Rücken zuwendend, richtete ſie gnädige und huldvolle Worte an den Grafen Eſterhazy.

*) Karoline Pichler. Denkwürbigkeiten aus meinem Leben. Th. I. S. 32.