Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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empor. Ein ſeliges Lächeln ſtrahlte auf ihrem Angeſicht, eine köſtliche Gluth flatterte wie Morgenröthe über ihre Wangen, in göttlichem Feuer ſtrahlten ihre Augen.

Sie war wunderſchön in dieſer Begeiſterung der Freude, und Graf Eſterhazy ſah es.

Ich danke Ihnen, oh ich danke Ihnen, ſagte ſie mit einem wun⸗ derlieblichen Lächeln. Sie ſind ein edles, großes Herz, und in allen Tagen des Lebens dürfen Sie von dieſer Stunde an auf meine Freund⸗ ſchaft, auf meine Schweſterliebe zählen! Jetzt, mein Freund, jetzt kom⸗ men Sie! Ich nehme Ihr Opfer an, und ich danke Ihnen. Laſſen Sie uns zur Trauung gehen!

Jetzt war ſie es, welche die Thür öffnete und in den Vorſaal eintrat. Staunend ſchaute Graf Starhemberg, welcher das Paar im Vorſaal erwartet hatte, dies glückſtrahlende Antlitz, dieſe freudeglühen⸗ den Wangen. Sie bemerkte es, und lachte hell auf.

Findeßt Du nicht, mein theurer Oheim, ſagte ſie, daß ich ganz und gar das Ausſehen einer glücklichen Braut habe? Ich danke es meinem edlen, lieben Grafen Eſterhazy! Kommen Sie, theurer Freund, und auch Sie, mein Oncle, laſſen Sie uns zur Trauung gehen!

Sie nahm mit einem lieblichen Lächeln den Arm des Grafen, und ließ ſich von ihm an den Wagen geleiten. Der alte Graf folgte ihnen kopfſchüttelnd und ganz ſprachlos vor Verwunderung.

An der Pforte der Kammerkapelle empfing die Oberhofmeiſterin der Kaiſerin die Braut, und führte ſie an den Altar, um welchen in

einem weiten Kreiſe die Damen und Herren des Hofes ſich aufgeſtellt

hatten. Hunderte von Kerzen brannten auf den Kronleuchtern und den goldenen Candelabern vor dem Altar, und goſſen ein Meer von Licht durch die ganze Capelle aus. Inmitten dieſes goldgelben Lichts ſchwebte die Gräfin in ihren ſilberflimmernden Gewändern, mit ihren in allen Farben funkelnden Brillanten wie eine Sternenkönigin daher, ihr Ant⸗ litz ſtrahlend in einem ſeligen Lächeln. Wie ſie gefolgt von dem Grafen ſich an der Hand der Oberhofmeiſterin dem Altar näherte, trat ihnen der Kaiſer entgegen und grüßte die ſchöne Braut, und reichte dann dem Grafen Eſterhazy die Hand, um ihn zum Altar zu führen.