Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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nun, ſo werde ich es ſagen! A4

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Herz, ſie wird es als Geheimniß bewahren, aber ſie wird uns Beide erlöſen von dieſer gezwungenen Ehe!

Unmöglich, Comteſſe, unmöglich, ſelbſt wenn ich auch ehrlos genug wäre, Sie ſo verleumden zu wollen! Aber der Etiquette gemäß wer⸗ den wir die Kaiſerin erſt nach der Trauung ſprechen. Der Hofſtaat der Kaiſerin erwartet uns an der Thür der Kammerkapelle. Die Ober⸗ hofmeiſterin Ihrer Majeſtät wird die Kaiſerin vertreten und Sie zum Altar führen, während die Kaiſerin ſelbſt in ihrem Oratorium der Ce⸗ remonie beiwohnt. Sie ſehen alſo wohl, daß ich nicht mehr zu der Kaiſerin ſprechen kann!

Doch, Sie können es! Sie können mich vor dem Altar ver⸗ werfen! Oh ſehen Sie doch, wie tief ich mich demüthige, ich liege auf meinen Knieen und erflehe von Ihnen meine Schmach und meine Verwerfung, erflehe, daß Sie mich von Sich ſtoßen! Seien Sie barm⸗ herzig, ſagen Sie Nein, wenn der Prieſter das Ja von Ihnen fordert. Alsdann wird die Kaiſerin Sie rufen, und eine Erklärung von Ihnen fordern, und Sie werden ſie ihr geben!

Graf Eſterhazy blickte lächelnd und gedankenvoll zu ihr nieder, und in dieſer demüthigen Stellung, mit dieſem flehenden, angſtvollen Ausdruck, mit den Thränen, die in ihren Augen ſtanden, ſchien ihm die Gräfin ſchöner noch als ſonſt. Und wie er ſie, welche in athem⸗ loſer Spannung ſeiner Antwort entgegen harrte, jetzt anſchaute, erin⸗ 3 nerte er ſich der Worte, welche Graf Starhemberg vorher zu ihm ge⸗

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ſagt. Dieſer Worte:geben Sie ihren Launen anſcheinend nach! Dul⸗ 6 den Sie ihr Zürnen und ihr Grollen, das doch weiter nichts iſt wie 4 die aufſteigende Wolke eines Gewitters an einem heißen Sommertage.

Ich werde ihren Launen anſcheinend nachgeben! ſagte Graf Eſter⸗ hazy zu ſich ſelber, und indem er ſich ſanft lächelnd zu der Gräfin niederneigte, reichte er ihr ſeine beiden Hände dar, um ſie außzurichten. Stehen Sie auf, ſagte er freundlich. Es geziemt der ſtolzen Gräfin nicht vor Ihrem Sclaven zu knieen. Und daß ich Ihr Sclave bin, ſollen Sie jetzt erkennen müſſen. Ich habe keine Kraft Ihrem Willen zu widerſtehen, und da Sie befehlen, daß ich ſtatt Ja lieber Nein ſage,

Die Gräfin flog mit einem lauten Freudenſchrei von ihren Knieen