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ſeltſamen Reverien gerade an ſolchen Stellen des Augartens ſich hin— gegeben, wo ſie nicht unbemerkt geblieben. Denn drei Mal war, wie die Diener erzählten, der Kaiſer Joſeph allein, und wie er es pflegte
nur von einem einzigen Jockey begleitet, die einſame Allee iater ihr heraufgeritten gekommen. Aber die Gräfin hatte ihn nicht emerkt, bis der Kaiſer dicht bei ihr war, bis er mit lauter Stim n Na⸗
men rief und ſie begrüßte. Die beiden erſten Male, wie dies geſchah, hatte die Gräfin einen Schrei des Entſetzens ausgeſtoßen, und ſich flüch tig vor dem Kaiſer verneigend, hatte ſie ihrem Pferd die Sporen in
die Seiten gedrückt und war mit wildem Ruf von dannen geſprengt. 4
Aber das dritte Mal hatte der Kaiſer, welcher ſie von ferne ge wahrte, und ſah, daß ſie, das Haupt vornüber geneigt, das Antlitz ganz begraben in den dichten Mähnen ihres Arabers, ſein Kommen gar nicht gewahrte, einen Seitenweg eingeſchlagen, welcher dicht neben dem Platz ausmündete, wo die junge Gräfin hielt. So war er, aus dieſem Seitenweg hervorkommend, plötzlich an ihrer Seite geweſen. Die Grä⸗ fin hatte wieder, wie die beiden erſten Male, von dannen ſprengen wollen, aber der Kaiſer war dem zuvorgekommen, indem er mit einem raſchen Griff die Zügel ihres Pferdes angehalten, und es zum Stehen gezwungen hatte.
Nun hatte die Gräfin einen ſo wilden, drohenden Schrei ausge⸗ ſtoßen, daß die Diener erzählten, ſie hätten gefühlt wie ſie ſelber vor Schrecken erblaßten, und gedacht, der Herr Kaiſer müßte nun ſehr böſe werden über den reſpectwidrigen Schrei. Aber der Kaiſer hatte gelacht, und mit lauter freundlicher Stimme hatte er geſagt: Jetzt ſind Sie meine Gefangene, Gräfin, und nicht eher gebe ich die ſchön nazone frei, bis ſie mir ſagt, weshalb ſie mich ſo hartnäckig flieht, und weshalb man ſie überhaupt niemals mehr bei Hofe ſieht?
Bei dieſen Worten des Kaiſers war die Gräfin ſo bleich gewor⸗ den, daß die Diener vermeint hatten, ſie würde ſterben, und daß der Kaiſer ganz angſtvoll gefragt hatte: Aber mein Gott, Comteſſe, was fehlt Ihnen, Sie werden ohnmächtig werden?
Da war die Gräfin plötzlich in ein lautes Lachen ausgebrochen, und mit einem gewaltigen Ruck ihr Pferd von der Hand des Kaiſers
losmachend, war ſie vorwärts geſprengt. Aber der Kaiſer hatte ſeine
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