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in ihrer Hand deutete, dies da bleibe ein Geheimniß zwiſchen uns. Ich dank's Ihm, daß Er nit im Beiſein und vor den Ohren des Kai⸗ ſers mir das Dementi gegeben, es würd' mich ſehr beſchämt und den Joſeph gar ſehr gefreut haben. Werd's Ihm nimmer vergeſſen, wie taktvoll und ſchonend Er Sich in dieſer Sach gegen mich benommen, werd' Ihm auch dafür mein Leblang eine wohlaffectionirte und treue Kaiſerin bleiben, und Er kann allzeit auf mich zählen!
Sie nickte ihm freundlich zu, und that dann einige Schritte vor, indem ſie den beiden Herren, welche in der Fenſterniſche ſtanden, mit erhobener Hand winkte, zu ihr zu kommen.
Tritt hieher zu mir, mein Sohn, ſagte die Kaiſerin, Joſeph die Hand darreichend. Haſt vorher gar eindringliche und feurige Worte zu mir geſprochen, und ſollſt jetzt ſehen, daß ſie nit ungehört an mei⸗ nem Ohr und meinem Herzen vorübergerauſcht ſind. Sie Beide aber, meine Herren, Sie, Herr Nuntius, und Er, Herr Fürſt, vernehmen Sie jetzt, was die Kaiſerin Maria Thereſia Ihnen zu ſagen hat, und was, ſo hoffe ich, den Beifall meines Mitregenten und Sohns, des Kaiſers Joſeph, haben wird.— Monſignore, Sie haben mir im Auf⸗ trage Sr. Heiligkeit das Breve des Papſtes Clemens XIV. vorgeleſen, welches den Orden der Jeſuiten vernichtet. Ich meinestheils würde mich niemals haben veranlaßt geſehen, die Jeſuiten in meinen Staaten zu unterdrücken. Da jedoch Seine Heiligkeit die Aufhebung des Or⸗ dens für nothwendig erachtet, ſo werde ich mich als eine treu gehor⸗ ſame Tochter der Kirche nicht länger widerſetzen, und bin bereit die Aufhebungsbulle vollziehen zu laſſen.*)— Berichten Sie das Sr. Hei⸗ ligkeit, und damit Sie ſehen, daß ich mich beeile, ſeinen Befehlen zu genügen, verweilen Sie noch einen Moment.
Sie trat zu ihrem Schreibtiſch, und warf mit fliegender Hand einige Zeilen auf ein Papier, das ſie alsdann dem Fürſten Kaunitz darreichte.
Herr Fürſt, ſagte ſie, Er bat mich vorher, Ihm, um der Form zu genügen, in einem eigenen Handbillet den Befehl zu ertheilen, das Aufhebungsbreve des Papſtes vollziehen zu laſſen. Nehme Er das
*) Groß⸗Hoffinger I. S. 193. Der Kaiſerin eigene Worte.


