Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 2. Band (1857)
Entstehung
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mit denen des heiligen Vaters zu Rom, rief Joſeph glühend, und in⸗ dem er halb ein Knie vor der Kaiſerin beugte, und ihre Hand an ſeine Lippen drückte, fuhr er fort:Oh Mafjeſtät, laſſen Sie dieſe Stunde zu einer ſegenbringenden für Ihre Völker werden! Geben Sie Ihrem Sohn das heilige und ſchöne Vorrecht im Namen aller dieſer Völker zu Ihnen zu flehen: erlöſen Sie uns aus den tyranniſchen Händen, welche bis hieher unſern Geiſt gefeſſelt und in Banden hiel⸗ ten, befreien Sie uns von dem Zwang, den die Jeſuiten über unſere Gewiſſen und unſere Herzen ausgeübt. Oh ſeien Sie diesmal, wie immer, unſere weiſe Mutter, welche nichts will als das Wohl ihres Volkes, nichts begehrt als die Größe ihres Landes! Oh meine Kaiſerin und Herrin, es iſt ein großer erhabener Entſchluß, den ich im Namen Oeſterreichs von Ihnen erflehe, aber mit goldenen Lettern wird der Genius der Weltgeſchichte ihn einzeichnen in ſeine Bücher, und leuchtend wird er den kommenden Geſchlechtern entgegen ſtrahlen als ein Denkmal der Erhabenheit und Größe Maria Thereſia's, die ihr eigenes Herz überwand, um ihrem Volk genug zu thun. Oh meine Mutter, wenn in meinem Herzen irgend noch eine Stelle geweſen, zu welcher die Liebe und Anbetung für Ew. Majeſtät nicht gedrungen, ſo wird mein ganzes Herz davon erfüllt werden zu dieſer Stunde, in welcher Ew. Majeſtät einen neuen Segen und eine neue Kraft über Oeſterreich ausgießen, indem Sie das Wort des Papſtes beſtätigen, und Oeſterreich frei machen von der Gewalt der Jeſuiten!

Ich kann nicht, ich kann nicht! rief Maria Thereſia, wider ihren Willen tief bewegt von den glühenden Worten ihres Sohnes, der jetzt noch immer vor ihr knieend, mit leuchtenden Augen zu ihr aufſchaute. Nein, ich kann nicht thun, was ich für grauſam und verderblich halte. Die frommen Väter haben allzeit treu zu uns gehalten, ſeit mehr als einem Jahrhundert ſind ſie die Beichtväter unſers Hauſes geweſen, unſere Geheimniſſe ſind in ihrer Bruſt ſo feſt und ſicher bewahrt ge⸗ weſen, als habe ſie nur das Ohr Gottes vernommen, ich kann ihre Treue gegen uns nicht lohnen mit grauſamer Untreue! Stehe alſo auf, mein Sohn, denn ich kann Dir Deinen Wunſch nicht erfüllen.

Der Kaiſer richtete ſich mit finſterm Antlitz und düſtern Blicken empor und trat zurück. Aber jetzt näherte ſich der Kaiſerin, die ſich