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Arbeiten, ſo halte ich ihre Exiſtenz für das Wohl der Religion und meiner Völker höchſt wichtig und muß ſie in dieſer Ueberzeugung auf⸗ recht erhalten und beſchützen.*)
Wenn Ew. Majeſtät das thun, ſo iſt Oeſterreich verloren, rief der Kaiſer, in ſeiner eigenen heftigen Erregung der nöthigen Vorſicht ganz gar vergeſſend.
Wer wagt es, das zu ſagen, rief Maria Thereſia, von ihrem Fauteuil emporſpringend, und ſich hoch und ſtolz vor Joſeph aufrichtend. Wer wagt es, mit ſo kecker Stirn mir gegenüber zu treten, und zu ver⸗ dammen, was ich billige, zu ſchelten, was ich gut heiße?
Ich wage das, im Namen des ganzen öſterreichiſchen Volkes, das die Jeſuiten bisher in Zwang und Knechtſchaft erhalten haben, ſagte Joſeph ernſt, ich wage es im Namen der mißßleiteten, irregeführten Ju⸗ gend, welche in den Schulen und Collegien der Jeſuiten irrige Lehren und falſche veraltete Begriffe eingeſogen, ihre Lehrjahre vergeudet hat, und unwiſſend und verdummt aus den Schulen und Univerſitäten wie⸗ der hervorgegangen iſt. Das Schulweſen iſt verfallen und zu Grunde gegangen unter der Herrſchaft der Jeſuiten, und Unwiſſenheit und Geiſtes⸗ finſterniß haben ſich an deſſen Stelle geſetzt.
Man hat bei mir ſolche Klagen geführt, ſagte die Kaiſerin ſtolz, und ich habe davon, wie es einer Herrſcherin ziemt, wohl Notiz genom⸗ men. Habe dem Jeſuitencollegium das Recht entzogen, ihren Rector zugleich als Präſidenten der Univerſität zu betrachten, und hab' die frommen Väter auf immer von dieſer Stelle entfernt. Hab' ihnen auch die Cenſur der Bücher entzogen, hab' ferner den Cardinal Migazzi ge⸗ ſtattet ein Prieſterſeminar zu errichten, und die Oberaufſicht deſſelben den Jeſuiten zu entziehen. Hab' Alles reiflich in Erwägung gezogen, was mir der Cardinal in ſeinem Mémoire über der Jeſuiten nachthei⸗ ligen Einfluß auf die Studien und die Wiſſenſchaft Ueberzeugendes ge⸗ ſagt hat, und bin bereitwillig auf alle ſeine Verbeſſerungsvorſchläge ein⸗ gegangen. Ich denk' alſo als Kaiſerin und Herrrſcherin meine Pflicht gethan zu haben, und mein' auch mich ſtreng genug gezeigt zu haben,
*) Maria Thereſia's eigene Worte. Siehe: Georgel mémoires pour ser- vir à P'histoire des évenements de la fin du XVIII. siècle. P. 130.
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