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hob eben ihre Augen von dem Papier empor und ſchaute mit einem zornigen Blitz zu ihrem Sohn hinüber.
Weiß der Kaiſer, was dieſes Papier enthält? fragte ſie haſtig.
Ich glaube, es zu wiſſen, Majeſtät, ſagte Joſeph, indem er aus der Fenſterniſche hervortrat, und ſich der Kaiſerin näherte. Der Kö⸗ nig Carl von Spanien wünſcht nichts ſehnlicher, als daß Ew. Ma⸗ jeſtät ſich in Anſehung der Jeſuiten auf ſeine Seite ſtellen.
Er verlangt nichts Geringeres, rief Maria Thereſia, indem ſie mit der Hand auf das Papier ſchlug, daß es kniſterte, nichts Geringe⸗ res, als daß ich ſeinem Wüthen gegen die heiligen Väter vom Orden Jeſu nachkomme, und wie mich dünkt verlangt er das in einer ziemlich ungebührlichen und leidenſchaftlichen Sprache. Ohne Zweifel hat er Ew. Majeſtät gebeten, ſein Geſuch bei mir zu unterſtützen, denn er weiß wohl, daß der Kaiſer in dieſem Ding, wie in ſo vielen andern, nicht mit ſeiner Mutter harmonirt und ihr vielmehr entgegen iſt. Nit wahr, Herr Sohn, gedenkſt mit dem König Carl da ein Turnier zu fechten gegen Deine Mutter, und hoffſt wiederum den Sieg über mich zu erlangen, wie Du es leider mit Polen auch gethan. Sag's frei her⸗ aus! Willſt nicht dem Brief da das Wort reden?
Frei heraus, Majeſtät, ja, das will ich, rief Joſeph. Ja, ich will thun, was König Carl gethan hat, ich will Ew. Majeſtät beſchwören und anflehen, den Jeſuiten die Macht zu entziehen, welche ſie ſeit Jahr⸗ hunderten in Oeſterreich wie in der ganzen Welt auf eine ſo empörende und gewaltſame Weiſe gemißbraucht haben! Ich will Ew. Majeſtät beſchwören, zu tbun, was König Carl von Spanien, was König Lud⸗ wig von Frankreich gethan, und die Jeſuiten aus Ihren Landen zu verbannen!
Ich werde das nicht thun, mein Herr Sohn, rief die Kaiſerin, deren Antlitz glühte, die ſich aber noch gewaltſam zur Ruhe zwang. Nein, ich werde das nicht thun! Ich unterſuche nicht, ob die Jeſuiten verdient haben, was ihnen ſo eben in Frankreich, Spanien und Por⸗ tugal widerfahren iſt, denn ohne Zweifel hatten die Sonveraine, welche die Unterdrückung des Ordens verfügt, das Für und Wider in ihrer Weisheit abgewogen; allein da ich ſie wegen ihrer Aufführung in mei⸗ nen Staaten nur loben kann, nicht minder wegen ihres Eifers und ihrer


