Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſondern nd Eti⸗ reuden

opferte efallen eit ein ich weihte. , und niſinnen

ich ſieg en, und ß Sie Schle⸗ n Sie Sie rechen, erlicher u. Die im ihre ſerſtaat

Kaiſer

o⸗ der Je raiſerin arteten

teit der ner ver⸗

könnten dhrm

43 1

135

den Niederlagen, welche wir Beide in dieſer Sache ſchon erfahren haben, nicht ein, wie Sie denſelben verwirklichen wollen! Oh, warum ſieht die Kaiſerin dieſe Leute nicht mit meinen Augen! Ich kenne ſie, ich weiß alle ihre Entwürfe, die ſie durchgeſetzt, ihre Bemühungen, Finſter⸗ niß über den Erdboden zu verbreiten, und Europa vom Cap. Finis⸗ terre bis an die Nordſee zu regieren und zu verwirren. In Deutſch⸗ land waren ſie Mandarine, in Frankreich Akademiker, Hofleute und Beichtväter, in Spanien und Portugal die Granden der Nation, und in Paraguay Könige.*)

Und doch iſt es dem Herzog von Choiſeul gelungen, dieſe mäch⸗ tigen Herren aus Frankreich, doch iſt es Pombal und Aranda gelungen, ſie aus Portugal, Spanien und Paraguay zu vertreiben. Weshalb ſollten alſo wir verzweifeln an einer Sache, die doch dieſen Männern gelungen iſt?

Weil wir es unglücklicher Weiſe mit einer Fürſtin zu thun haben, welche die Jeſuiten liebt, Kaunitz. Weil Maria Thereſia eine Tochter aus dem Hauſe Habsburg iſt. Ferdinand der Zweite und Leopold der Erſte waren bis zum letzten Hauch ihrer Lebens die treuen Gönner der Jeſuiten, und Maria Thereſia ſtammt aus ihrem Blut!

Aber Joſeph der Erſte, Ihr Großoheim, Sire, war auch ein Habsburger, und wie mich dünkt, war dieſer Kaiſer nicht eben der Jeſuiten Freund!

Nein, wahrlich, der war nicht ihr Freund, rief der Kaiſer glühend. Wäre Joſeph nicht Kaiſer geworden, ſo hätten wir in Deutſchland ver⸗ muthlich auch Malagridas, Aveiros und einen Verſuch des Königsmor⸗ des erleben können. Aber Joſeph kannte ſie vollkommen, und er war

auf ſeiner Huth.**) Kennen Sie die Geſchichte, wie Joſeph der Erſte

ſeinen Beichtvater gegen die Jeſuiten zu vertheidigen wußte?

Ich bitte Ew. Majeſtät um die Gnade, mir dieſe Geſchichte zu erzählen!

Hören Sie alſo! Das Synedrium des Ordens hatte einſtmals

*) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe Briefe Joſeph II. als charakteriſtiſche Beiträge zur Lebens⸗ und Staatsgeſchichte dieſes Herrſchers. S. 12. *) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe Briefe ꝛc. S. 13.