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kein Mann ſei, der lieben und haſſen dürfe, was ihm gefällt, ſondern ein Kaiſer, das heißt ein von den Verhältniſſen der Politik und Eti⸗ quette abhängiges Geſchöpf, das nur die Leiden, aber nicht die Freuden anderer Menſchen zu theilen berufen iſt.—
Der Kaiſer aber verſtand mich und ſeinen hohen Beruf, und opferte ſeiner Krone das junge Mädchen, an welchem ſeine Augen Wohlgefallen gefunden. Für dieſes Opfer verſprach ich dem Kaiſer, ihm allzeit ein treuer Bundesgenoſſe zu ſein, und es ihm dadurch zu vergelten, daß ich mein ganzes Leben, Sein und Denken dem Dienſte Oeſterreichs weihte. Drei Dinge waren es vor Allem, die ich Eurer Majeſtät verhieß, und für die wir uns zu treuer Bundesgenoſſenſchaft vereinigten. Entſinnen Sich Ew. Majeſtät deſſen noch?
Ich entſinne mich deſſen. Sie verſprachen mir, Oeſterreich ſieg⸗ reich und groß an die Spitze aller europäiſchen Mächte zu ſtellen, und Sie haben es gethan. Sie verſprachen mir zum Zweiten, daß Sie Oeſterreich eine Entſchädigung ſchaffen wollten für das verlorene Schle⸗ ſien, und auch dies Wort haben Sie erfüllt, für Schleſieu haben Sie uns Galizien und Lodomerien gegeben. Zum Dritten verſprachen Sie—
Zum Dritten verſprach ich die Gewalt der Prieſter zu brechen, und die Jeſuiten zu bekämpfen, unterbrach in Kaunitz mit feierlicher Stimme. Sire, ich bin heute hier, um mein Wort zu erfüllen. Die Stunde der Entſcheidung iſt da, ich will zur Kaiſexin gehen, um ihre Einwilligung zur Vertreibung der Jeſuiten aus dem ganzen Kaiſerſtaat Oeſterreich zu erlangen!
Aber ſie wird Ihnen dieſelbe niemals gewähren, rief der Kaiſer heftig. Sie wiſſen es ja, die Anhänglichkeit an dieſen Orden der Je⸗ ſuiten iſt in dem Hauſe Habsburg erblich geworden, und die Kaiſerin nennt mich zuweilen in ihrer ſchmerzlichen Aufwallung einen„entarteten Sohn,“ weil ich dieſe Anhänglichkeit nicht theile.
Es wird am Ende doch Mittel geben, dieſe Anhänglichkeit der Kaiſerin zu untergraben, ſagte Kaunitz gelaſſen.
Sie hoffen noch immer, und wir haben doch bisher immer ver⸗ geblich gekämpft, rief Joſeph ſchmerzlich. Wäre ich Regent, ſo könnten Sie meiner Uuterſtützung gewiß ſein, und meinen Beifall zu Ihrem Plan der Aufhebung der Jeſuiten haben Sie. Aber ich ſehe, nach all
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