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einen Moment aus den Augen verloren, für den ich gearbeitet, gedacht, gewirkt habe all dieſe Jahre hindurch, ſchweigend und in der Stille, ihn vor mir ſehend wie ein herrliches Ziel, ihn herbeiwünſchend wie den koſtbarſten Lohn all meiner Arbeit und meiner Mühen. Ein ſol⸗ cher Tag iſt aber im Leben eines Staatsmannes gewiß ein heiliger und hoher Feſttag, und Ew. Majeſtät werden es daher natürlich finden, daß ich mich zu demſelben geſchmückt habe mit all den Zierrathen, welche die Gunſt der Fürſten mir verliehen. Ich habe heute eine Schlacht zu ſchlagen, und damit ich ſie gewinne, muß Ew. Majeſtät die Gnade haben mir zu ſecundiren.
Ah, es iſt alſo ein Zweikampf mit der Kaiſerin, in welchem ich Ihr Secundant ſein ſoll? fragte Joſeph lächelnd. Es iſt ſehr gütig, daß Ew. Durchlaucht mir die Ehre erzeigen wollen, aber Sie wiſſen wohl, daß ich nichts vermag über meine Frau Mutter, und daß ich noch immer ein Kaiſer ohne Scepter und ohne Krone bin! Aber ſagen Sie, Kaunitz, was iſt der Grund dieſes neuen Zweikampfes?
Sie kennen ihn, Sire, und ich komme zu Ihnen, Majeſtät, damit Sie ſehen ſollen, daß der Kaunitz ein Mann von Wort iſt, und daß er erfüllt, was er verſpricht.
Aber ich entſinne mich nicht, daß Sie mir jemals etwas verſprochen hätten, rief Joſeph ſinnend.
Doch! Ich entſinne mich deſſen, ſagte Kaunitz, langſam ſein Haupt neigend. Ich entſinne mich, daß eines Tages der junge Kaiſer, glühend vor Aufregung und Zorn, in mein Kabinet ſtürzte, und von mir Rechenſchaft verlangte für einen Kummer, den man ihm angethan.
Mariandel! rief der Kaiſer tief aufſeufzend. Es war damals, als man mir dies holde, liebliche Kind böslich entführt hatte.
La, es war an dem Tage, ich ſah da einen jungen Mann, der mehr mit dem Herzen als mit dem Kopf lebte, und mehr ſeinen Nei⸗ gungen als ſeiner Vernunft Gehör geben wollte. Das mag im ge⸗ wöhnlichen Leben recht genußvoll und bequem ſein, aber dieſer junge Mann durfte ſich das nicht erlauben, denn er war ein Kaiſer, und ich erinnerte ihn daran!
Sie erinnerten ihn daran, daß er nicht das Recht anderer Men⸗
chen habe, ſeinem Herzen zu folgen, ſagte der Kaiſer bitter, daß er
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