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Binde wieder vor Ihr Antlitz zu legen, denn Ihre Augen bedürfen der Ruhe!*)
XIV. Ber Schlachtplan.
Kaiſer Joſeph war in ſeinem Cabinet eifrig damit beſchäftigt, die im Laufe des geſtrigen Tages eingelaufenen Briefe und Bittſchriften zu leſen, als die Thür haſtig geöffnet ward, und der eintretende Lakay Se. Durchlaucht den Fürſten Kaunitz meldete.
Der Kaiſer winkte ſtumm mit der Hand, den Fürſten eintreten zu laſſen, und eilte dann ſelber dem Fürſten entgegen, der ſo eben auf der Schwelle der Thür erſchien.
Nun wahrlich, rief er lebhaft, dem Fürſten ſeine Hand darreichend, es muß ein ungewöhnliches Ereigniß ſein, das Ew. Durchlaucht in ſo früher Morgenſtunde zu mir führt.
Es iſt auch ein ungewöhnliches Ereigniß, Sire, ſagte Kaunitz, in⸗ dem er auf dem Lehnſtuhl Platz nahm, den der Kaiſer ihm ſelbſt neben den ſeinen geſtellt hatte.—
Und zwar ein Ereigniß ſehr feierlicher und feſtlicher Art, fuhr der Kaiſer verwundert fort, denn wie ich ſehe, ſind Ew. Durchlaucht heute im Gala⸗Anzug, und geſchmückt mit all den hohen und blitzenden Or⸗ den, welche die gerechte Anerkennung aller europäiſchen Fürſten Ihnen verliehen hat. Oh ſagen Sie doch, Durchlaucht, was hat dies Alles zu bedeuten?
Das hat zu bedeuten, Sire, daß heute der Tag gekommen iſt, den ich ſeit zwanzig Jahren erwarte, den ich ſeit zwanzig Jahren nicht
*) Die Schilderungen in dieſem Capitel, namentlich der Eindrücke, welche Thereſe von dem, was ſie ſah, empfing, ſowie auch Thereſens Worte ſind keine Erfindung, ſondern ich bin darin genau einem Aufſatz gefolgt, den Juſti⸗
nus Kerner in ſeinem oft citirten Werk mittheilt, als von dem Vater des 75
blinden Mädchens herrührend.
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