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*) Inſtinus Kerner. S. 65. 8* 1
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Das bin ich? rief ſie lebhaft, indem ſie haſtig auf den Spiegel zuſchritt. Aber plötzlich wich ſie entſetzt zurück.
Mein Gott, ſagte ſie, dieſe Perſon kommt gerade auf uns zu. Laſſen Sie uns zurücktreten, oder ſie wird uns umſtoßen!
Und ſie wich ängſtlich und ſcheu zurück; aber auf einmal lachte ſie fröhlich auf. Ah, ſagte ſie, dieſes Mädchen hat ebenſo wenig Muth wie ich. Je weiter ich mich von ihr entferne, deſto ängſtlicher weicht ſie vor mir zurück.*)
Aber das iſt auch nur eine optiſche Täuſchung, Thereſe. Das junge Mädchen, welches Sie da ſehen, iſt auch nur ein Spiegelbild, Ihr Bild!
Ach, es iſt wahr, ich vergaß, ſagte ſie müde, indem ſie ihre Hände gegen ihre Stirn drückte. Kommen Sie, führen Sie mich dicht an den Spiegel, daß ich mich betrachten kann! Ich werde die Augen ſchließen, um nicht vor der Erſcheinung zu erſchrecken.
Sie ſchloß die Augen, und lehnte ſich feſter auf den Arm Mesmers, der ſie jetzt zu dem Spiegel geleitete.
Das alſo bin ich, flüſterte Thereſe, ihre Augen wieder öffnend, und mit prüfenden Blicken ihr Spiegelbild betrachtend. Meine Mutter hat Unrecht, ſagte ſie dann nach einer Pauſe. Das Geſicht da iſt nicht hübſch, denn es iſt langweilig; die Seele hat noch nichts auf dieſes Geſicht geſchrieben.Kommen Sie, Meiſter, beſchäftigen wir uns nicht mehr mit dieſem langweiligen Geſicht, laſſen Sie mich den Himmel ſehen!
Erſt wollen wir verſuchen, ob Sie das Tageslicht auch ſchon in ſeiner unverhüllten Gewalt ertragen können, Thereſe. Bleiben Sie hier ſtehen, ich werde den Vorhang des Fenſters öffnen.
Mesmer trat an das Fenſter, und ließ den Vorhang langſam auf⸗ rollen. Aber Thereſe ſtieß einen Schrei des Entſetzens aus, und ver⸗ hüllte ſich das Geſicht.
Das bohrt in meine Augen, wie Dolchſpitzen, ächzte ſie.
Ich wußte es wohl, ſagte Mesmer, Ihre Augen müſſen ſich erſt an den Tag gewöhnen. Ich werde Ihnen den Himmel heut Abend zeigen. Jetzt, Thereſe, müſſen Sie es Sich ſchon gefallen laſſen, die
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