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hat, aber ich weiß, daß unſer edler Kaiſer nicht Denjenigen ſtrafen kann, unter deſſen Dach er als Gaſt eingetreten iſt, der ihn vertrauensvoll an ſeinen Tiſch geladen hat. Ich weiß, daß der Kaiſer viel zu erhaben denkt, um Diejenigen in's Verderben zu ſtürzen, welche ihm als dem Menſchen vertrauten, nicht ahnend, daß Derjenige, welcher unter einem erborgten Namen zu ihnen eingetreten, daß das der Kaiſer ſeil!
Ah, Madame, ſagte der Kaiſer lächelnd, es ſcheint, Sie wollen mir Vorwürfe machen, und Sie finden, ich müßte Ihnen dafür dank⸗ bar ſein, daß Sie mir nachabgelegter Adelsprobe geſtattet haben, in den Kreis dieſer Edelleute einzutreten. Ich war vorher ſo glücklich, da im Nebenzimmer Ihre ernſten Erwägungen über meine Zuläſſigkeit zu vernehmen. Sie, Madame, haben mindeſtens in mir nicht dem Menſchen vertraut, ſondern nur das kleine Wörtchen von, welches ich vor meinen Namen geſetzt, hat mir Ihre Gnade erworben! Aber ſtehen Sie auf, meine Damen, ich bin ein Deutſcher, und liebe nicht die ſpa⸗ niſche Sitte des Kniebeugens!
Sire, Gnade für meinen Gemahll rief die Freiherrin, immer noch auf ihren Knieen liegend. Vergeben Sie es ihm, daß er mehr an ſeine Familie und den Glanz ſeines Hauſes, als an die andern Men⸗ ſchen gedacht hat. Was er gethan, hat er doch nur gethan aus Liebe zu ſeinen Kindern, die er reich und angeſehen machen wollte!
Ah, Madame, das nennen Sie Liebel ſagte der Kaiſer mit einem ſpöttiſchen Lachen. Die Habſucht und den Wucher wollen Sie zu ehr⸗ würdigen ariſtocratiſchen Familientugenden ſtempeln? Aber genug jetzt der Worte! Stehen Sie auf, ich will es! Indeß, Sie haben Recht, ich bin als Gaſt unter dieſes Dach getreten, und der Herr von Joſephi iſt ein viel zu guter Edelmann, um dieſe Herren beim Kaiſer anzu⸗ klagen. Er wird die Cavaliere nicht verrathen, er wird dem Kaiſer nur die freudige Nachricht bringen, daß er das gefunden hat, was er ſuchte, daß Korn und Brod da iſt für das verhungerte Volk, und dies allein wird der Kaiſer hören wollen! Oeffnen Sie alſo Ihre Speicher, meine Herren! Laſſen Sie überall in der Runde durch reitende Boten bekannt machen und ausrufen, daß Sie den armen Leuten, welche ſich an Sie wenden, unentgeltlich Ihr Korn überla en wollen, und daß dieſe nichts weiter zu thun haben, als Ihnen einen Empfangsſchein Kaiſer Joſeph. 2. Abth. II. 3


