Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 2. Band (1857)
Entstehung
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ihrer Mitte ſtand, und deſſen flammende Augen voll tiefer Verachtung dieſe plötzlich erblaßten und zitternden Herren betrachteten.

Auf einmal brach der Freiherr von Weiſach in ein lautes Ge⸗ lächter aus. Ah, ſehen Sie, meine Herren, ſagte er mit ſchwerer, lal⸗ lender Zunge, ſehen Sie, welch einen allerliebſten Spaß ſich der Herr Baron von Joſephi da gemacht hat. Will uns in Schrecken jagen, und uns einbilden, daß er der Kaiſer ſei. Merken Sie denn nicht, daß er uns blos einen Schrecken einjagen, und ſich rächen will, weil wir ihm ſein Korn nicht abkaufen wollen?

Es iſt wahr, der Freiherr hat Recht, riefen die Herren. Es iſt ein allerliebſter Spaß und—

Still Ihr Alle, uuterbrach ſie der Kaiſer mit lauter donnernder Stimme. Der Scherz iſt vorüber, und die Stunde des Gerichts be⸗ ginnt. Ich bin nach Böhmen gekommen, um mein Volk ſatt zu machen, und ich werde es thun! Aber ich werde auch Diejenigen ſtrafen, welche Brot hatten, und es dem hungrigen Volk nicht gaben, ich werde ſtrenges

Gericht halten über Diejenigen, welche gewagt ſich meinen Befehlen zu

widerſetzen, und meine Commiſſaire durch Beſtechung zum Schweigen zu bringen. Von heute an bin ich mein eigener Commiſſair, und bei Gott, mich werdet Ihr weder mit Euren Adelsdiplomen, noch mit Euren Titeln beſtechen! Ich werde die Schuldigen ſtrafen, wo ich ſie finde, und der Pranger iſt für jeden Verbrecher da!

Gnade, Majeſtät, Gnade, ſtammelte der Freiherr von Weiſach, den der Schrecken plötzlich entnüchtert hatte, und deſſen vorher ſo glü⸗ hende Wangen jetzt plötzlich leichenblaß geworden. Ew. Majeſtät wer⸗ den uns nicht anrechnen, was der Wein aus uns geſpochen!

Ihr habt das Gewimmer von Tauſenden vernommen, und es hat Euer Herz nicht gerührt, rief der Kaiſer ſchmerzvoll. Das Geächze der Sterbenden, das Geſchrei der Hungernden klingt wieder durch die Luft, und Ihr belauert mit verſteinerten Herzen das Elend und berechnet den Jammer, wann er Euch den höchſten Vortheil bringen könne. Wehe über Euch! Der Kornwucherer iſt wie ein heimlicher Giftmiſcher, der im Dunkel dahin ſchleicht, und langſam Tag für Tag mit dem Gift des

Hungers ſeine Brüder ermordet, um ſich an ihren Leichen zu bereichern!— Majeſtät, es hat noch bis jetzt kein Geſetz gegeben, welches uns