Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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Und Koſinski? fragte Gräfin Wielopolska angſtvoll.

Koſinski, immer mit gezücktem Schwert neben dem König gehend, zwang ihn weiter zu wandern, obwohl der König ihn anflehte nur um eine Minute der Ruhe und Erholung. Aber der König ſah's, daß Koſinski unentſchloſſen und ängſtlich war, und als ſie am Kloſter von Bielani vorüberkamen, ſagte der König: ich ſehe, Ihr wißt nicht, wel⸗ chen Weg Ihr einſchlagen ſollt. Laßt mich alſo hier in's Kloſter ein⸗ treten und ſorgt für Eure eigene Sicherheit! Nein, ich habe geſchwo⸗ ren, Euch zu tödten, entgegnete Koſinski, indem er den König weiter ſchleppte. So wanderten ſie weiter und kamen endlich nach Mariemont, dem zwei Meilen von Warſchau entlegenen Luſtſchloß des Churfürſten von Sachſen. Wieder bat der König um einen Moment der Erholung, und Ko⸗ ſinski bewilligte es ihm. Sie ſetzten ſich Beide auf einen Grabenrand nieder, und der König ließ ſich in ein Geſpräch mit ſeinem Mörder ein. Koſinski ge⸗

ſtand, daß er nicht aus eigenem Antrieb ihn ermorden wolle, ſondern auf

höhern Befehl, und daß ſein Tod beſchloſſen ſei wegen der vielen Ver⸗ brechen, welche der König gegen Polen begangen habe. Der König ſuchte ſich zu rechtfertigen, er klagte über ſeine unglückliche Lage, über die Tyrannei Rußlands, die er vergeblich von Polen abzuwenden ſuche, und ſeine Worte bewegten endlich des Mörders Herz. Er warf ſich dem König zu Füßen und bat unter Thränenſtrömen um Vergebung, und ſchwur den König zu retten, und koſte es auch ſein eigenes Leben. Stanislaus verſprach ihm ſeine volle Vergebung, und verſicherte ihn ſeiner vollen Strafloſigkeit, wenn er jetzt Alles thun werde, was der König von ihm fordern werde. Koſinski erklärte ſich bereit dazu und der König, welcher ſich erinnerte, daß ſich in der Nähe von Mariemont eine Mühle befände, befahl Koſinski ihn dorthin zu führen. In we⸗ nigen Minuten waren ſie dort, und baten, an die Thür klopfend, um Einlaß. Aber der Herr der Hütte ſchlug es entſchieden ab, und je mehr der König bat und flehte, deſto heftiger verweigerte es der Mann, indem er ihnen erklärte, daß er nicht ſo thöricht ſein würde, Räubern ſeine Thür zu öffnen.Wenn wir Räuber wären, ſagte der König, ſo würde es uns, da wir Zwei gegen Einen ſind, leicht ſein, dies Fenſter hier zu zerbrechen und mit Gewalt uns Eingang zu verſchaf⸗ fen. Das leuchtete dem Müller ein, er öffnete die Thür und ließ

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