Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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nicht endlich gelungen, ihn zu tröſten, ſo würde unſer ſchöner König am Ende geſtorben ſein vor Liebesgram!

Er iſt alſo getröſtet! rief Gräfin Wielopolska ironiſch. Er lacht wieder und giebt Feſte, er tanzt und ſpielt, dieſer gute König von Polen, und während der Zeit verbluten ſich die Edelſten der Polen in unſeligen Kämpfen gegen die Freunde ihres Königs, und während der Zeit ſtirbt das unglückſelige beklagenswerthe Polen, und verfällt der Sclaverei und der ruſſiſchen Knute. Oh, Stanislaus, Stanislaus, Polen wird eines Tages vor dem Throne Gottes Rechenſchaft von Dir fordern, und die Helden, welche Du in den Tod getrieben, werden Dich fragen, was Du angefangen haſt mit ihrem Vaterlande und mit der Freiheit Polens.

Vraiment, meine liebe Anna, wenn man Dich hörte, ſollte man vermeinen, Du gehörteſt auch zu den Conföderirten, welche neulich das ſchauderhafte Attentat gegen unſern guten König gemacht haben! rief Gräfin Zamoiska lachend.

Was für ein Attentat? fragte die Gräfin erbleichend.

Nun, das Attentat auf ſein Leben, das neulich von Lukawski, Stra⸗ winski und Koſinski gemacht worden! Du kennſt es nicht?

Ich kenne es nicht, ſagte die Gräfin, deren ganze Geſtalt erbebte in fieberiſcher Aufregung. Nichts weiß ich von dieſem Attentat. Ich beſchwöre Dich, erzähle! Wann geſchah es, und wer hat es gethan!

Freilich, Du kannſt es auch kaum wiſſen, ſagte Gräfin Zamoiska ruhig; denn es war erſt einen Tag vor meiner Abreiſe geſchehen, und wir ſind mit Courierpferden hierher gereiſt.

Ich beſchwöre Dich, erzähle, wiederholte die Gräfin.

Es iſt eine lange und ſehr abenteuerliche Geſchichte, ſagte Gräfin Latuſchka achſelzuckend. Die Verſchworenen hatten ſich als Bauern ge⸗ kleidet und waren ſo nach Warſchau gekommen. Es waren ihrer vierzig, aber Lukawski, Strawinski und Koſinski waren die eigentlichen Anführer. Der König hatte ſeinen Oheim beſucht, der, wie Du weißt, in einer Vorſtadt von Warſchau ſeinen Palaſt hat. Es war eine finſtere und dunkle Nacht, und zu unſerm Unglück ſind die Straßen von Warſchau noch immer nicht erleuchtet. Der König ward mitten in Warſchau auf offener Straße von den Verſchwörern angefallen, ſeine berittene Be⸗

gleitung entfloh vor Schreck und Angſt und ließ den König ganz allein