Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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14 Stimme und ob er hoffe, mit ſeiner Oper vor den ſtrengen Ohren Sr preußiſchen Majeſtät Ehre einzulegen! A Und wo iſt Se. Majeſtät jetzt? S Er iſt mit den Herren ſeiner Suite in dem großen Balconſaal, welcher die Ausſicht auf den Platz darbietet. ei Iſt das weit von hier? Nein, Durchlaucht, nur zehn Schritte über den Corridor. lo Dann alſo nur einen Mantel und den Muff! So! Und jetzt mache mir die Thüre auf, und wehe über Dich, wenn irgendwo ein Fenſter a oder eine Thür offen iſt, und ein Zugwind mich trifft! A b p III. Souvenir à Eperies.

Der Kaiſer ſtand in der Mitte des Saals und war eben in einer lebhaften Unterhaltung begriffen, als die Thür ſich öffnete und Fürſt Kaunitz eintrat. Sofort unterbrach der Kaiſer ſein Geſpräch, und ſchritt dem Fürſten entgegen, ihn mit herzlichen und verbindlichen Worten empfangend.

Kaunitz erwiderte dieſelben nur mit einer ſtummen Verbeugung,

d und begrüßte dann mit einem leichten Kopfneigen den General Lacy und den Fürſten von Ligne, welche ſich tief vor ihm neigten.

Ew. Durchlaucht kommen gerade zu rechter Zeit, rief der Kaiſer lachend. Es handelt ſich darum, dieſen beiden Herren Muth einzuſprechen,

denn ſie haben Herzklopfen und zittern, wie junge Debütantinnen, die zum erſten Mal auf der Bühne erſcheinen ſollen.

Und wovor zittern denn dieſe Herren ſo ſehr? fragte Kaunitz.

Sie zittern vor Sr. Majeſtät dem König von Preußen, rief der Kaiſer, ſie fürchten, daß ſie vor ſeinen großen Augen wie Wachs an der Sonne zerſchmelzen werden, und Ligne, der, wie Sie wiſſen, der geiſtreichſte Mann an unſerm Hofe iſt, natürlich Ew. Durchlaucht aus⸗ genommen, Ligne gerade zittert am meiſten, und iſt, ich wiederhole mein