Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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ausſtreckt, um zu nehmen, wird er auch unſere Hand da finden, welche ihn zwingen wird, mit uns zu theilen!

Ew. Durchlaucht ſprechen da für mich in Räthſeln, ſagte Herr von Binder achſelzuckend. Ich bin es gewohnt, wie Sie wiſſen, in Dingen der Politik nur mit Ihren Augen zu ſehen, und ich bitte Sie daher mir dieſes Räthſel zu löſen, und mich Ihre geheimnißvollen Worte verſtehen zu lehren, denn ich bin vollkommen blind, wenn es Ihnen nicht beliebt, mir die Augen zu öffnen!

Das Antlitz des Fürſten hatte indeß ſchon wieder ſeinen kalten und ehernen Ausdruck angenommen, und das Feuer in ſeinen Au⸗ gen war ſchon wieder erloſchen. Mit einer hoheitsvollen Bewegung warf er das Haupt zurück und heftete ſeine ſtrengen kalten Blicke auf den Baron.

Wiſſen Sie nicht, Baron, ſagte er, was einſt der große Schweiger, Wilhelm von Oranien, geſagt hat?Wenn ich wüßte, daß meine Nachtmütze mein Geheimniß wüßte, ſo würde ich meine Nachtmütze ver⸗ brennen! Nun, Sie großes Kind, hüten Sie Sich wohl, meine Nacht⸗ mütze ſein zu wollen, denn ich würde es machen wie Wilhelm von Oranien, ich würde Sie verbrennen, wenn Sie mein Geheimniß wüßten! Aber genug jetzt des Geredes und der Worte, mein Freund! Es ſcheint, daß unſer junger Kaiſer es abwarten will, daß ich ihm meinen erſten Beſuch mache. Wir wollen ihm alſo den Willen thun! Man kann ſich äußerlich wohl zu unterwerfen ſcheinen, wenn man ſich innerlich den Herrn und Meiſter fühlt. Ich will alſo zum Kaiſer gehen!

Er griff nach der Handklingel, die auf dem Tiſch ſtand und ſchellte heftig. Sofort eilte ſein Kammerdiener herein.

Iſt Se. Majeſtät im Schloſſe? fragte der Fürſt.

Der Kaiſer iſt eben dahin zurückgekehrt, Durchlaucht. Er war auf dem Platz unten und muſterte die Soldaten.

Und weiter? Haſt Du keine Augen und Ohren mehr, Schlingel?

Auch war Se. Majeſtät ſchon ſelbſt im Theater, wo ſie den Ballet⸗ meiſter Noverre rufen ließen und ihn befragten, ob er mit allen Vor⸗ bereitungen fertig, und ob das Ballet heute Abend gut gehen würde. Auch unterhielten ſich Se. Majeſtät dort mit dem Kaiſerlichen Opern⸗ capellmeiſter Große und fragten ihn, ob die Sängerinnen gut bei